Kirche/Kloster

Ramsachkircherl St. Georg

Ramsachstraße 2, 82418 Murnau am Staffelsee

Highlights

  • Das Ramsachkircherl St. Georg ist eine barocke Kirche aus dem 14. Jahrhundert südlich von Murnau am Staffelsee.
  • Sie wurde im 15. und 17. Jahrhundert umgebaut und zeigt heute eine barocke Fassung mit Spitzbogen und Zwiebelhaube.
  • Die Kirche liegt auf einem Hügel im Murnauer Moos und ist von einem mittelalterlichen Friedhof umgeben.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Ramsachkircherl St. Georg

Das Ramsachkircherl St. Georg liegt idyllisch am Nordrand des Murnauer Mooses südlich von Murnau am Staffelsee und zählt zu den kulturellen und sakralen Highlights der Region. Die barocke Kapelle, erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt, ist ein schlichter Saalbau mit spätgotischem Kern, der im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Heute präsentiert sich das Bauwerk mit barocken Fassungselementen, darunter ein farbig gefasstes Prunkportal, Rundbogenfenster und ein achteckiges Türmchen auf einem Dachreiter, das in einer spitzen Zwiebelhaube endet. Besucher berichten von einer besonderen Atmosphäre, die von der abgeschiedenen Lage und der klaren Architektur des Kirchleins ausgeht – ein Ort der Ruhe und Besinnung, der durch seine historische Tiefe und malerische Umgebung besticht.

Die Geschichte des Ramsachkircherls ist eng verknüpft mit der Entwicklung der umliegenden Region. Ursprünglich im Besitz des Klosters St. Mang in Füssen, ging die Kirche im Mittelalter an das Kloster Ettal über. Im Jahrhundertwechsel des 15. und 16. Jahrhunderts wurde sie kirchlich der Stiftung von Murnau zugeordnet, bevor sie 1744 offiziell zur neu gebildeten Pfarrei Murnau gehörte. In dieser Zeit erhielt das Kirchlein auch sein heute sichtbares barockes Äußeres, darunter eine aufwändige Deckenmalerei aus dem Jahr 1740. Diese stammt vom ortsansässigen Maler Augustin Bernhard und zeigt in mehreren Bildfeldern Szenen aus dem Leben des heiligen Georg, umrahmt von Ornamenten und Allegorien der christlichen Tugenden. Die Gestaltung bricht an vielen Stellen mit der Illusion, was für den Stil des süddeutschen Spätbarocks typisch ist.

Das Innere der Kirche ist schlicht gehalten, mit einer leichten Erhöhung zum Altarraum, ohne eigentlichen Chorbau. Im Westen befindet sich eine kleine Empore, der Zugang zum Innenraum erfolgt heute durch ein Gitter. Dennoch lädt die Atmosphäre zum Verweilen und zur Andacht ein. Besonders sehenswert ist die handgeschmiedete eiserne Glocke, die – laut Überlieferung – von schottischen Wandermönchen im 8. Jahrhundert mitgebracht wurde. Die Kapelle steht auf einem kleinen Hügel am Hang des Molasserückens und ist von einem aufgelassenen Friedhof umgeben, der von einer mittelalterlichen Mauer eingefasst ist. Westlich der Kirche thront der ehemalige Hof Ramsach, heute ein Gasthaus mit Biergarten, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht.

Die letzte umfassende Restaurierung fand zwischen 2005 und 2007 statt, wobei unter anderem die Innenräume und die Ausstattung aufwendig erneuert wurden. Seitdem ist die Kirche elektrisch erschlossen und verfügt über eine Alarmanlage. Die harmonische Verbindung von Architektur, sakraler Ausstattung und landschaftlichem Kontext macht das Ramsachkircherl zu einem lohnenswerten Ausflugsziel für Kultur- und Naturinteressierte. Wer die Stille des Ortes sucht, findet hier einen besonderen Ort der Besinnung am Rande des nördlichen Murnauer Mooses.

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