Denkmal/Gedenkstätte

Geologische Orgeln Oberschroffen

84579 Unterneukirchen

Highlights

  • Die Geologischen Orgeln Oberschroffen entstanden durch Lösungsverwitterung in Warmzeiten zwischen Eiszeiten.
  • Im ehemaligen Steinbruch bei Unterneukirchen sind bis zu zehn Meter hohe Verwitterungsschlote sichtbar.
  • Das Gestein besteht überwiegend aus Kalkstein, der durch klimatische Veränderungen im Pleistozän geformt wurde.

Tipps

  • Auffinden des Geländes erfordert genaues Verfolgen der Wegweiser, da der Standort schwer zu erkennen ist und moosige Wege vorliegen.
  • Parkplätze sind begrenzt und unauffällig – ideal ist das Verlassen des Fahrzeugs am Beginn des Geotopwanderwegs.
  • Klettern oder Gesteinsentnahme ist untersagt; Abstand zu den Felswänden halten wegen Steinschlag- und Absturzgefahr.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Geologische Orgeln Oberschroffen

Die Geologischen Orgeln Oberschroffen befinden sich im Ortsteil Oberschroffen der Gemeinde Unterneukirchen im Landkreis Altötting in Bayern. Sie sind ein ehemaliger Steinbruch und zählen heute zu den bedeutenden geologischen Naturdenkmälern der Region. In der Steinbruchwand sind zahlreiche senkrechte Verwitterungsschlote sichtbar, die durch natürliche Lösungsprozesse im Schotterkonglomerat entstanden sind. Diese Strukturen erinnern optisch an Orgelpfeifen, was ihnen ihren Namen einbrachte.

Die Entstehung der Orgeln geht auf warme und feuchte Klimaphasen zurück, in denen Sickerwasser, angereichert mit Kohlendioxid aus dem Boden, Kalk aus dem Gestein löste. In tieferen Schichten schied sich der gelöste Kalk wieder ab und verfestigte das Schottermaterial zu einem stabilen Konglomerat. An Stellen mit erhöhter Durchlässigkeit bildeten sich schließlich senkrechte Röhren, in die der zurückbleibende Lehm einsackte. Diese Prozesse fanden vor mehreren Kaltzeiten statt und dokumentieren eindrucksvoll die Klimaschwankungen des Pleistozäns.

Im 19. Jahrhundert wurde der Steinbruch zur Gewinnung von Bausteinen genutzt, wodurch die geologischen Strukturen freigelegt wurden. Heute sind die bis zu zehn Meter hohen Verwitterungsschlote teils vollständig, teils nur angeschnitten sichtbar. Einige zeigen noch ihre ursprüngliche Lehmfüllung, während andere bereits ausgehöhlt sind. Die Besonderheit dieses Aufschlusses liegt in der deutlichen Sichtbarmachung der Verwitterungsprozesse und der damit verbundenen Klimaveränderungen in der Erdgeschichte.

Der Zugang zu den Geologischen Orgeln erfolgt über einen Geotopweg, der von der Ortschaft aus etwa 300 Meter weit führt. Der Weg ist moosbewachsen und erfordert Trittsicherheit. Parkplätze sind in der Nähe vorhanden, jedoch nicht offensichtlich gekennzeichnet. Aufgrund der natürlichen Gefahren wie Steinschlag und Absturzgefahr wird dringend von Klettern oder dem Entnehmen von Gestein abgeraten. Die Stelle ist als Naturdenkmal unter Schutz gestellt und wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt betreut.

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