Denkmal/Gedenkstätte

Alter Stadtkanal

Yorckstraße 6, 14467 Potsdam

Highlights

  • Der Alter Stadtkanal in Potsdam wurde 1722 durch Friedrich Wilhelm I. begradigt und diente als wichtige Transport- und Entwässerungsader.
  • Unter Friedrich dem Großen erhielt der Kanal eine künstlerische Gestaltung mit Sandstein, Eisengeländern und Steinbrücken.
  • Nach seiner Zuschüttung 1965 wird der Stadtkanal seit 2001 schrittweise rekonstruiert, u. a. im Zuge der Bundesgartenschau.

Tipps

  • Beim Besuch des Alter Stadtkanal in Potsdam lohnt sich ein Abstecher zur historischen Dorfkirche Bornstedt, nur wenige Minuten entfernt.
  • Interessierte können sich über die digitale Stadtführung per App über die Geschichte des Kanals informieren.
  • Bei Trockenheit oder unfertigen Abschnitten dennoch lohnenswert, da der Kanal auch im Zwischenzustand einen besonderen Charme bietet.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Alter Stadtkanal

Der Alter Stadtkanal in Potsdam ist eine historische Sehenswürdigkeit mit einer langen und bewegten Vergangenheit. Ursprünglich im Mittelalter als Entwässerungsgraben angelegt, wurde er im Jahr 1722 durch Friedrich Wilhelm I. begradigt und vertieft, um eine nutzbare Wasserstraße zu schaffen. Diese wurde mit Eichenholz verstärkt und durch hölzerne Klappbrücken überquert. Der Kanal diente nicht nur der Entwässerung des sumpfigen Potsdamer Bodens, sondern auch als wichtige Transportader für Baumaterialien und Güter.

Unter Friedrich dem Großen erhielt der Kanal eine künstlerische Aufwertung: Die Ufer erhielten eine Sandsteinverkleidung, ein kunstvolles Eisengeländer und insgesamt neun Steinbrücken. Über mehr als zwei Jahrhunderte prägte der Stadtkanal das Stadtbild Potsdams und bot Anblick und Nutzen wie eine holländische Grachtenlandschaft. Künstler und Bürger nutzten ihn gleichermaßen – für romantische Spaziergänge wie für lebhaftes Markttreiben. 1965 wurde der Kanal schließlich zugeschüttet.

Mit dem Wandel der Zeit entstand der Wunsch, diesen städtebaulichen und kulturellen Schatz wiederzugewinnen. Seit der Bundesgartenschau 2001 wurde der erste Abschnitt des Kanals rekonstruiert. Diese Restauration erfolgte durch den Förderverein zur Wiederherstellung des Stadtkanals in Potsdam e. V. mit Unterstützung der Stadt, des Landes Brandenburg sowie zahlreicher Mäzene. Schritt für Schritt wird das ehemalige Gewässer wieder in das Stadtbild integriert. Interessierte haben die Möglichkeit, sich symbolisch an diesem Wiederaufbau zu beteiligen, indem sie sich auf den gusseisernen Geländerpfosten verewigen lassen.

Der heutige Zustand des Alten Stadtkanals spiegelt sowohl die Mühe der Rekonstruktion als auch die Herausforderungen bei der Umsetzung wider. Während viele Besucher die Bemühungen um die Wiederherstellung begrüßen und den entstandenen Flair schätzen, kritisieren andere die Umsetzung als unbefriedigend. Dennoch gilt der Kanal als bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte und zieht mit seiner Atmosphäre zahlreiche Besucher an.

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