Denkmal/Gedenkstätte

Kolonistenhaus Rochowin

Rudolf-Breitscheid-Straße 22, 14482 Potsdam

Highlights

  • Das Kolonistenhaus Rochowin ist eines der ältesten erhaltenen Häuser Nowawes (9,50×12,50 m) für verfolgte böhmische Weber, erbaut unter Aufsicht des Obersten von Retzow.
  • Barockes Straßenbild erhalten – einziges original erhaltenes Kolonistenhaus der Kolonie Nowawes mit hohem städtebaulichem und architekturhistorischem Wert.
  • Nach Kriegszerstörung 1949 wurde 1993 zur Potsdamer 1000-Jahr-Feier eine neue Linde als Symbol für die alte Tradition gepflanzt.

Tipps

  • Das Kolonistenhaus Rochowin zeigt die original erhaltene barocke Fassade eines der ältesten Wohnhäuser der Kolonie Nowawes mit historischen Maßen von 9,50 mal 12,50 Metern.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kolonistenhaus Rochowin – Kulturdenkmal in Potsdam

Das Kolonistenhaus Rochowin in Potsdam ist ein historisches Zeugnis der Kolonie Nowawes, die im 18. Jahrhundert für Glaubensverfolgte aus Böhmen gegründet wurde. Das Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Kolonistenhäusern in den Maßen von 9,50 mal 12,50 Metern und wurde unter der Aufsicht des Obersten von Retzow errichtet. Sein barockes Straßenfassadenprofil ist bis heute weitgehend erhalten und verleiht dem Haus einen besonderen architektonischen Wert.

Besonders bemerkenswert ist die Lage des Kolonistenhauses in der Rudolf-Breitscheid-Straße, wo es das letzte noch bestehende Gebäude aus der Gründungszeit der Kolonie darstellt. Dadurch trägt es maßgeblich zum städtebaulichen und stadtgeschichtlichen Erbe Nowawes bei.

Ein weiteres historisches Element vor dem Haus war die alte Linde, die über Jahrhunderte hinweg als Symbol für die Kolonie stand. Sie überdauerte Kriege und königliche Epochen, bis sie 1949 gefällt wurde. Zur 1000-Jahr-Feier Potsdams 1993 wurde an dieser Stelle eine neue Linde gepflanzt, um an die alten Traditionen anzuknüpfen. Das Haus selbst steht damit in engem Bezug zu den historischen Wurzeln der Region.

Die Kolonie Nowawes war Teil eines größeren Netzwerks von Siedlungen, die im 18. Jahrhundert für verfolgte Weber und Spinner aus Böhmen geschaffen wurden. Das Kolonistenhaus Rochowin spiegelt damit nicht nur die architektonische, sondern auch die soziale und kulturelle Geschichte dieser Zeit wider. Als eines der wenigen erhaltenen Beispiele seiner Art ist es ein bedeutendes Denkmal der Potsdamer Vorstadtgeschichte.

In der Nähe des Kolonistenhauses liegt die Dorfkirche und der Friedhof Bornstedt, der seit dem 17. Jahrhundert besteht. Der Schriftsteller Theodor Fontane besuchte Bornstedt 1869 und beschrieb die Region in seinen Werken. Der Friedhof beherbergt zudem eine der ältesten Bronzeglocken Potsdams, die im Glockenturm an der Straße hängt und aus dem 14. Jahrhundert stammt. Beide Orte ergänzen das historische Bild der Umgebung und bieten weitere Einblicke in die regionale Vergangenheit.

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