Denkmal/Gedenkstätte

Schloss Milkel

Schloss Milkel 1 Schloss Milkel 1, 02694 Radibor

Highlights

  • Schloss Milkel ist eine auf Eichenpfählen gegründete Wasserburg, deren Südturm seit 1302 belegt ist – Beweis für eine der ältesten Wasserburgen der Oberlausitz.
  • Nach 1945 zerstörte Barock- und Rokoko-Figuren wurden 2004 ausgegraben und im Schloss als Zeugnisse der Kunstgeschichte ausgestellt.
  • Das 2001 sanierte Kavaliershaus ergänzt das um 1908 modernisierte Schloss, das bis 1945 von der Familie von Holnstein genutzt wurde.

Tipps

  • Die Eichenpfahlgründung des Schlosses aus dem Jahr 1302 wird im Schlosshof durch originale Funde dokumentiert und bietet Einblicke in die frühe Baugeschichte der Wasserburg.
  • Im Schloss sind originale Barock- und Rokoko-Figurengruppen ausgestellt, die nach ihrer Zerstörung in den 1950er-Jahren bei Ausgrabungen geborgen und restauriert wurden.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Schloss Milkel in Radibor entdecken

Das Schloss Milkel in Radibor ist ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher und barocker Architektur, das tief in der Geschichte der Oberlausitz verwurzelt ist. Als eine der ältesten Wasserburgen der Region wurde es vermutlich bereits ab dem frühen 14. Jahrhundert auf Eichenpfahlgründung errichtet. Die Funde aus dem Jahr 2005 belegen mit einem Fälldatum von 1302 die Existenz dieser einzigartigen Bauweise – ein seltener Nachweis für altdeutsche Wasserburgen in dieser Landschaft. Das Schloss thront heute noch von vier Seiten umgeben von Wasser, ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das seine historische Bedeutung unterstreicht.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Besitzerschaft mehrfach, bis die Familie von Holnstein im frühen 20. Jahrhundert das Schloss übernahm. Unter ihrer Führung erfolgte eine umfassende Sanierung, die bis zur Enteignung 1945 andauerte. Nach einer mehr als zwei Jahrzehnte währenden Restaurierungsphase präsentiert sich das Schloss heute in einem denkmalgerechten Zustand. Besonders sehenswert sind die Bibliothek und die Sonnenuhr im Südturm, die noch immer ihre historische Atmosphäre bewahren. Auch das benachbarte Kavaliershaus „1b“ wurde 2001 vollständig saniert und ergänzt so das Ensemble.

Der weitläufige Park um das Schloss ist ein weiteres Highlight und spiegelt die Vielfalt der Gartenkunst wider. Im westlichen Bereich findet sich ein symmetrisch angelegter, französischer Barockgarten mit Sandstein-Skulpturen und dekorativen Elementen. Über eine historische Sandsteinbrücke und eine 2005 rekonstruierte Schmiedeeisenbrücke gelangt man zum größeren, englischen Landschaftspark, der mit natürlichen Strukturen und weitläufigen Rasenflächen besticht. Beide Parkteile waren einst mit etwa 22 Barock- und Rokoko-Figurengruppen geschmückt – doch nach 1945 wurden diese durch politische Maßnahmen zerstört und später teilweise wiederentdeckt. Einige Fragmente dieser Kunstwerke sind heute im Schloss ausgestellt und erzählen von der verlorenen Pracht der Vergangenheit.

Die umliegenden Begräbnisstätten der ehemaligen Besitzer sowie die archäologischen Funde im Schlosshof runden das kulturelle Erbe ab. Das Schloss Milkel ist damit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort, der die bewegte Geschichte der Oberlausitz lebendig hält. Für Geschichtsinteressierte und Architekturbegeisterte bietet es eine faszinierende Zeitreise durch Jahrhunderte – von den Anfängen als Wasserburg bis hin zu den barocken Prachtentfaltungen des 18. Jahrhunderts.

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