FreilichtMuseum (bei Rahden)
Highlights
- Der Museumshof Rahden zeigt ein vollständig eingerichtetes Bauerngehöft aus dem 19. Jahrhundert mit Originalmöbeln und Geräten.
- Im 'Lütken Hus' sind Dauerausstellungen zur Leinenerzeugung und zur Rahdener Tracht zu sehen.
- Das Gelände umfasst historische Gebäude wie Haupthaus, Speicher, Backhaus und Rossmühle, teilweise aus dem 16. Jahrhundert.
Tipps
- Bei Sonderveranstaltungen wie dem Mittelaltermarkt lohnt sich ein Besuch besonders, um historische Atmosphäre zu erleben.
- Da Wartezeiten in der Gastronomie möglich sind, Getränke und Verpflegung rechtzeitig bestellen oder mitbringen.
- Für bessere Orientierung lohnt ein Rundgang mit Führungen, da Schilder vor Ort begrenzt sind.
Eigenschaften
Über FreilichtMuseum (bei Rahden)
Das Freilichtmuseum in Rahden-Kleinendorf veranschaulicht das bäuerliche Leben des 19. Jahrhunderts in der Region. Es wurde in den Jahren von 1962 bis 1966 durch die Stadtsparkasse Rahden und den LWL errichtet. Die Gebäude stammen aus verschiedenen Höfen der heutigen Stadt Rahden, wurden abgetragen, restauriert und an ihrem neuen Standort wieder aufgebaut. Das Museum zeigt ein vollständig eingerichtetes Bauerngehöft mit originaler Innenausstattung aus dem ehemaligen Amt Rahden. Neben Wohn- und Wirtschaftsbereichen gibt es spezielle Ausstellungsbereiche, in denen landwirtschaftliche Geräte, Werkzeuge sowie handwerkliche Tätigkeiten thematisiert werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Flachsverarbeitung, die bis ins 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle in der Region spielte. Im „Lütken Hus“ sind Dauerausstellungen zur Leinenerzeugung und zur traditionellen Rahdener Tracht zu sehen. Im Speicher wechseln sich zeitweilig Ausstellungen, konzipiert von Schülerinnen und Schülern der Birger-Forell-Sekundarschule Espelkamp, ab. Dort werden auch Werkzeuge für Wanderschuster und Wanderschneider im Obergeschoss gezeigt. Das Backhaus, das älteste Gebäude des Geländes, ermöglicht an Aktionstagen das Backen im historischen Steinofen. Die Rossmühle, ein weiteres zentrales Gebäude, wurde zur Zerkleinerung von Getreide und Flachs genutzt und steht bei Veranstaltungen in Betrieb.
Das Haupthaus, ein Niederdeutsches Hallenhaus aus dem späten 17. Jahrhundert, zeigt beispielhaft die Bauweise und Nutzung eines typischen Bauernhauses jener Zeit. Die Deele, der zentrale Durchgang, dient als Arbeits- und Verkehrsraum, umgeben von Ställen und Vorratsräumen. Anschaulich wird der Prozess des Dreschens von der handwerklichen bis zur mechanisierten Form dargestellt. Besucher erhalten einen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt ländlicher Bevölkerung vor etwa 150 Jahren. Die Gebäude sind größtenteils barrierefrei zugänglich, einige Räume sogar befahrbar. Der Museumshof trägt damit zur Erhaltung und Vermittlung des kulturellen Erbes der Region bei.
Das Freilichtmuseum wird bei verschiedenen Veranstaltungen lebendig. Neben thematischen Aktionstagen mit Mitmachangeboten finden hier auch spezielle Ereignisse wie der Mittelaltermarkt „Anno 1320“ statt. Gäste berichten von einem gepflegten und gut organisierten Gelände, das zwar einen guten Eindruck vom bäuerlichen Leben vermittelt, in Einzelfällen aber an ausreichender Beschilderung mangelt. Die Gastronomie vor Ort wird zeitweise als überlaufen beschrieben, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Dennoch bietet das Museum eine lohnenswerte Gelegenheit, die Alltagskultur der Vorgängergenerationen erleben.