Schmerzhafte Muttergottes
Eigenschaften
Über Schmerzhafte Muttergottes
Die „Schmerzhafte Muttergottes“ ist eine imposante Wallfahrtskapelle in Randersacker, gelegen im Landkreis Würzburg in Bayern. Diese im Neugotischen stilisierte Bergkapelle thront auf einem Hügel zwischen den Weinlagen Pfülben und Lämmerberg und lädt sowohl Wanderer als auch Wallfahrer mit ihrer ruhigen Atmosphäre und der beeindruckenden Aussicht ein. Der Name leitet sich vom Patrozinium der Kapelle ab: der „Sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria“, gefeiert am 15. September. Die Kapelle ist sowohl mit dem Auto über die Weinberge als auch zu Fuß gut erreichbar und bietet auf dem Weg dorthin bereits eine wunderbare Panoramaaussicht über den Weinort Randersacker und das Maintal.
Die Idee zur Errichtung der Kapelle entstand im Zuge des Baus eines Kreuzwegs, der von einem Ortsbürger initiiert wurde. Nach dessen Tod fand das Vorhaben durch den damaligen Ortspfarrer und weitere engagierte Vereine neue Unterstützung. Aus dem Zusammenschluss verschiedener Initiativen ging schließlich der Kapellenbau-Verein hervor, der den Grundstein der Kapelle legte. Der Würzburger Architekt Ludwig Müller entwarf das Bauwerk und übernahm auch die Planung der Ausstattung unentgeltlich. Bekannte Künstler beteiligten sich an der künstlerischen Gestaltung. Die Kapelle wurde bereits kurz nach Fertigstellung feierlich eingeweiht und hat seitdem als Ort der Andacht gedient. Besondere Episoden, wie etwa die während des Ersten Weltkriegs notwendige Abgabe der Glocken, prägten ihre Geschichte, ehe diese in den 1990er Jahren durch neue ersetzt wurden.
Die Innenausstattung der Kapelle ist von kunsthandwerklicher Qualität. So stammt die Büste des Heiligen Urban, des Schutzpatrons der Winzer, über dem Portal von Steinbildhauer Kemmer und basiert auf einem Entwurf von Heinz Schiestl. Auch die Bänke innerhalb der Kapelle wurden von Schiestl gestaltet und zeigen geschnitzte Doggen. Im Chorraum thront die zentrale Figur der „Schmerzhaften Muttergottes“, eine Pietà des Bildhauers Arthur Schleglmünig, die ursprünglich aus dem Jahr der Kapellenweihe stammt. Weitere kunstvolle Elemente sind das Altarkreuz von Barbara Weckert sowie eine restaurierte Kreuzigungsgruppe, die heute wieder in der Pfarrkirche zu sehen ist, nachdem sie einst an der Außenwand der Kapelle angebracht war.
Die Wallfahrten zur „Schmerzhaften Muttergottes“ finden traditionell zur Kirchweih im Juli sowie zum Patrozinium im September statt und werden von der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Randersacker organisiert. Die Kapelle ist somit nicht nur ein sakraler, sondern auch ein kultureller Anziehungspunkt, der Besucher aus nah und fern anzieht. Die idyllische Lage inmitten der Weinberge macht sie zu einem idealen Ausflugsziel für Natur- und Kulturinteressierte gleichermaßen. Wanderwege führen direkt zur Kapelle hinauf und laden dazu ein, den Alltag hinter sich zu lassen und die Stille sowie die weite Aussicht zu genießen.