St. Marienkirche
Highlights
- Die St. Marienkirche in Strasburg (Uckermark) zeigt erhaltene Teile eines frühgotischen Feldsteinbaus (1250–1280) wie Chor und Turmuntergeschoss.
- 1825 entstand ein barocker Westturm mit Fachwerkaufsatz; 2016 wurden Turm, Taufengel und Altar umfassend restauriert – heute 35 m hoch.
- Im Innern prägt eine klassizistische Kaltschmidt-Orgel (1850) den neugotischen Raum; barocke Schnitzereien wie das 17. Jh.-Retabel sind ausgestellt.
Tipps
- Die frühgotischen Reste des Chors und des Turmuntergeschosses aus dem 13. Jahrhundert zeigen originale Feldsteinmauern mit historischer Substanz.
- Der neugotische Backsteinbau des Langhauses aus dem 15. Jahrhundert wird durch vier schmale, gotische Fenster mit feinem Maßwerk und Strebepfeilern gegliedert.
- Im Nordschiff sind Teile der barocken Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert, darunter Schnitzfiguren und das Predigtpult aus Woddow, ausgestellt.
Eigenschaften
St. Marienkirche Stralsund – Sakrale Kulturausflug
Die St. Marienkirche in Strasburg (Uckermark) ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk mit einer faszinierenden Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Der frühgotische Ursprungsbau aus Feldsteinen – insbesondere der Chor und das Untergeschoss des Turmes – stammt aus der Zeit zwischen 1250 und 1280. Ursprünglich verfügte der breite, flachgedeckte Chor über drei Fenstergruppen in rahmenden Blenden sowie einen Giebel mit Spitzbogenfries und Blendendekor. Später wurde er durch ein hölzernes Tonnengewölbe ersetzt, während das ursprüngliche Langhaus einem spätgotischen Umbau zum Dreischiftersystem weichen musste. Die schlichte Fassade wird heute von vier hohen, gotischen Fenstern mit feinem Maßwerk und markanten Strebepfeilern geprägt.
Ein markantes Merkmal der Kirche ist ihr 35 Meter hoher Turm, dessen Fachwerkaufsatz und spitzer Helm 1837 erneuert wurden. Die barocke Inneneinrichtung des 17. Jahrhunderts wurde 1865 im Zuge einer neugotischen Umgestaltung entfernt, doch einige originale Elemente wie das Predigtpult aus Woddow (Uckermark) mit geschnitzten Brüstungsfeldern sind bis heute erhalten. Im Nordschiff präsentiert die Kirche zudem Teile der früheren barocken Ausstattung. Besonders sehenswert ist das spätgotische Triptychon aus dem 15. Jahrhundert, von dem der Mittelteil gerettet wurde – ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Kunst in der Region.
Die Kirche unterliegt stetiger Pflege: 2016 wurden Turm, Taufengel und Altar umfassend restauriert, um den historischen Charakter zu bewahren. Die klassizistische Kaltschmidt-Orgel aus dem Jahr 1850 gilt als Juwel des Gotteshauses und besticht durch ihren historischen Klang. Die Kirche steht zudem für den Erhalt regionaler Baukultur – so entstand 1890 der heutige verbretterte Turmaufsatz mit schiefergedecktem Helm. Mit ihrer Mischung aus gotischen und neugotischen Elementen sowie den erhaltenen Kunstschätzen ist die St. Marienkirche ein zentraler Ort der evangelischen Tradition in Strasburg und ein lohnendes Ziel für Kulturinteressierte.
Besonders hervorzuheben ist der rollstuhlgerechte Zugang, der den Besuch für alle Gäste ermöglicht. Die Kirche liegt inmitten der historischen Altstadt Strasburgs, umgeben von einer mächtigen Wehrmauer aus dem 16. Jahrhundert, die die Verbindung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte unterstreicht. Als eines der prägendsten Bauwerke der Region vereint die St. Marienkirche sakrale Geschichte, handwerkliche Meisterleistungen und eine lebendige Gemeinde – ein Ort, der zum Verweilen und Staunen einlädt.