Kirche/Kloster

St.-Petri-Kirche

Barlachstraße 7, 23909 Ratzeburg

Highlights

  • Die St.-Petri-Kirche in Ratzeburg entstand 1787–1791 als Querschiffsaalkirche nach Plänen von Friedrich Laves.
  • Seit 1705 ist sie Sitz des Landessuperintendenten und diente auch der Garnison als Garnisonskirche.
  • Der Innenraum zeigt spätbarocke Zopfstil-Elemente und doppelstöckige Emporen umlaufend.

Tipps

  • Die St.-Petri-Kirche bietet einen barrierefreien Zugang über einen rollstuhlgerechten Eingang, der den Besuch für alle Gäste ermöglicht.
  • Im Inneren fallen die doppelstöckigen Emporen und der Kanzelaltar mit spätbarocken Verzierungen im Zopfstil besonders auf und prägen den historischen Charakter der Kirche.
  • Die beiden Messingkronleuchter im flämischen Stil ergänzen die historische Ausstattung und unterstreichen die architektonische Kontinuität des Kirchenraums.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

St.-Petri-Kirche Ratzeburg: Sakrale Schätze entdecken

Die St.-Petri-Kirche in Ratzeburg ist ein prägendes Bauwerk der Stadt und ein bedeutendes Zeugnis protestantischer Architektur im Nordosten Schleswig-Holsteins. Als zentraler Ort des geistlichen und kulturellen Lebens entstand die Kirche im späten 18. Jahrhundert auf dem ehemaligen Burgfeld, das einst zur Pfarrei Schmilau gehörte. Mit ihrer Errichtung wurde sie nicht nur zur Pfarrkirche der Ratzeburger Bürger, sondern auch zur Garnisonskirche für die in der Stadt stationierten Truppen sowie zum Sitz des Landessuperintendenten ab dem frühen 18. Jahrhundert.

Das heutige Erscheinungsbild der St.-Petri-Kirche geht auf den Zeitraum zwischen 1787 und 1791 zurück, als sie nach Plänen des Landesbaumeisters Friedrich Laves aus Bardowick als Querschiffsaalkirche erbaut wurde. Als Vorbild diente die Potsdamer Garnisonskirche, was sich in der klaren, symmetrischen Raumgestaltung widerspiegelt. Der Innenraum besticht durch doppelstöckige, umlaufende Emporen und ein Kanzelaltar mit Verzierungen im spätbarocken Zopfstil, die dem Raum eine festliche, aber zurückhaltende Eleganz verleihen.

Im Laufe der Jahrhunderte unterzog sich die Kirche mehreren Umgestaltungen und Restaurierungen. Als der alte Friedhof im 19. Jahrhundert zu klein wurde, entstand 1860 ein neuer Friedhof zwischen Schweriner und Seedorfer Straße, der bis heute mit der 1963 errichteten Friedhofskapelle nach Plänen des Kieler Architekten Wilhelm Neveling verbunden ist. Auch die St.-Petri-Kirche selbst erlebte in den 1960er Jahren eine Wiederbelebung: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die historischen Messingkronleuchter im flämischen Stil wiederhergestellt, nachdem die ursprünglichen Exemplare während des Krieges abgeliefert worden waren. Die modernen Lampen der Nachkriegszeit passten weder zum Stil noch zur Atmosphäre des Kirchenraums.

In den letzten Jahrzehnten wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt, um das Bauwerk zu erhalten. Dazu gehörten Ausbesserungen am Mauerwerk, die Sanierung von Dach und Glockenturm sowie ein neuer Anstrich von Türen und Innenraum, der dem ursprünglichen Erscheinungsbild sehr nahekommt. Diese Maßnahmen sicherten nicht nur die Substanz der Kirche, sondern bewahrten auch ihr historisches Ambiente für zukünftige Generationen. Mit ihrer Architektur und Geschichte ist die St.-Petri-Kirche ein wichtiger Ort der Erinnerung und ein beliebtes Ziel für Besucher, die sich für sakrale Baukunst und regionale Geschichte interessieren.

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