Kirche/Kloster

Rauener Kirche

Chausseestraße 58, 15517 Rauen

Highlights

  • Die Rauener Kirche entstand im 13.–14. Jahrhundert mit gotischen Spuren, erkennbar am zugemauerten Türsturz an der Nordwand.
  • 1742 und 1773 wurde die Kirche durch Patrone wie von Risselmann und Selchow im reformierten Stil einfach, aber stabil erneuert.
  • Nach 1993 erfolgte eine grundlegende Sanierung mit Fachwerk-Restaurierung und Dachneudeckung, finanziert durch Kirchenkreis, Stiftung und Denkmalschutz.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in den Kirchenraum.
  • An der Nordwand ist der zugemauerte gotische Türsturz aus dem Mittelalter als historisches Zeugnis erhalten und markiert die ursprüngliche Bauweise.
  • Die Ausstellung zur Kunst und Architektur des Bistums Lebus bietet Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Region und deren sakrale Bauten.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Rauener Kirche – Kultur & Sakral in Rauen

Die Rauener Kirche in Rauen ist ein historisches Sakralbauwerk, das tief in der wechselvollen Geschichte der Region verwurzelt ist. Geprägt von der reformierten Tradition, entstand die Kirche ursprünglich im 13. Jahrhundert – eine Epoche, in der das Bistum Lebus, zu dem auch Rauen gehörte, prägend war. Obwohl das Bistum 1598 aufgelöst wurde, blieb sein kulturelles Erbe in Form zahlreicher Kirchenbauten erhalten, zu denen auch die Rauener Kirche zählt. Ihr schlichter, unverzierter Charakter spiegelt die reformierte Bauweise wider, die im 17. und 18. Jahrhundert von Patronen wie dem Geheimen Rat von Risselmann und der Landrätin von Selchow gefördert wurde.

Besonders auffällig ist der quadratische Fachwerkaufbau über der Westfront, der auf eine gotische Vorläuferbebauung hinweist. Noch heute ist an der Nordwand der zugemauerte Eingang einer alten gotischen Tür zu erkennen – ein Zeugnis der stetigen Umgestaltungen, die die Kirche über die Jahrhunderte durchlief. Das Fachwerk, das ursprünglich bis ins 18. Jahrhundert datiert, wurde bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten der 1990er-Jahre restauriert. Dabei wurden nicht nur das Dach neu gedeckt, sondern auch strukturelle Schäden am Turm und am Außenputz behoben, die die Standfestigkeit gefährdet hatten. Die Arbeiten wurden durch Zuschüsse des Kirchenkreises Oderland-Spree, der Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz sowie lokaler Stiftungen und der Stadt Fürstenwalde ermöglicht.

Die Rauener Kirche ist ein Beispiel für das reichtum an sakraler Architektur im ehemaligen Bistumsgebiet Lebus, das sich von prächtigen Stadtkirchen in Fürstenwalde bis zu bescheidenen ländlichen Gotteshäusern erstreckt. Die Ausstellung *„Kunst- und Architektur im Bistum Lebus“* des Projekts *„900 Jahre Bistum Lebus“* hebt die Bedeutung dieser Bauwerke hervor und zeigt, wie sich trotz politischer Umbrüche ein einzigartiges kulturelles Erbe bewahrt hat. Die schlichte, aber ausdrucksstarke Gestalt der Rauener Kirche veranschaulicht dabei die reformierte Frömmigkeit und den handwerklichen Geschick der Bauherren vergangener Zeiten.

Für Besucher bietet die Kirche nicht nur einen Einblick in die regionale Baugeschichte, sondern auch die Möglichkeit, die authentische Atmosphäre eines historischen Gotteshauses zu erleben. Die sorgfältige Restaurierung der letzten Jahrzehnte hat ihre Substanz bewahrt und sie zu einem Ort gemacht, der sowohl geschichtliches Interesse als auch spirituelle Bedeutung vereint. Die Rauener Kirche steht damit stellvertretend für das lebendige Erbe des Bistums Lebus – ein Zeugnis von Kontinuität und Wandel in einer Region, die sich über Jahrhunderte hinweg neu erfand.

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