Hattersheimer Geschichtsverein 1985
Highlights
- 1985: Gründung des Fördervereins Heimatmuseum, Vorläufer des heutigen Geschichtsvereins in Hattersheim.
- 1986: Bezug des historischen Nassauer Hofs (1818) als Museumstandort durch den Verein in Hattersheim am Main.
- 1988: Verlegung eines 80-Meter-Schienenkreises im Schlockerhof-Garten zum Jubiläum der Taunuseisenbahn.
Tipps
- Die Dauerausstellung im Heimatmuseum konzentriert sich auf die industrielle Entwicklung Hattersheims, insbesondere auf die Geschichte der Schokoladen-, Papier- und Glasproduktion.
- Im historischen Nassauer Hof/Schlockerhof werden regelmäßig Sonderausstellungen zu regionalen Themen wie der Taunuseisenbahn oder lokalen Familiengeschichten gezeigt.
- Ein 80 Meter langer Schienenkreis im Garten des Schlockerhofes erinnert an die historische Bedeutung der Taunuseisenbahn und ihre Bedeutung für die Region.
Eigenschaften
Hattersheimer Geschichtsverein 1985 – Kultur & Museum in Hattersheim am Main
Der Hattersheimer Geschichtsverein 1985 ist ein engagierter Förderverein, der sich seit seiner Gründung der Bewahrung und Vermittlung der regionalen Geschichte widmet. Als Initiator des Heimatmuseums im Schlockerhof bezieht der Verein seit 1986 Räumlichkeiten in einem historischen Gebäude von besonderer Bedeutung: dem Nassauer Hof/Schlockerhof, einem 1818 errichteten Bauwerk, das seit 1986 städtisches Eigentum ist. Das Gebäude verkörpert nicht nur städtebauliche Prägung, sondern steht auch im Kontext der Familiengeschichte der Schlockers, die im Verein thematisiert wird.
Ein zentrales Projekt des Vereins war die Verlegung eines 80 Meter langen Schienenkreises im Jahr 1988, angeregt durch das Jubiläum der Taunuseisenbahn. Diese Aktion unterstreicht das besondere Interesse an der industriellen und verkehrsgeschichtlichen Entwicklung der Region. Regelmäßig beteiligt sich der Verein zudem am „Tag des offenen Denkmals“, um historische Stätten und ihre Bedeutung für die lokale Identität einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Das Heimatmuseum im Schlockerhof widmet sich vor allem der Industriegeschichte Hattersheims, darunter die Gründung der Maingau-Zuckerfabrik 1884 am Mainufer bei Okriftel sowie die Papierfabrik, die sich als bedeutender Standort etablierte. Auch die Glashütte, 1948 gegründet, und die Horn-Papierfabrik aus den 1950er-Jahren werden als prägende Elemente der Nachkriegs- und Wirtschaftsentwicklung präsentiert. Die Dauerausstellung verbindet so technische Innovationen mit dem Alltagsleben der Region.
Trotz des Umzugs des Museums aus dem Schlockerhof im Jahr 2000 bleibt der Verein aktiv, etwa durch Sonderausstellungen im Alten Posthof oder Veranstaltungen zum Weihnachtsmarkt. Die kontroverse Diskussion um den Erhalt des historischen Gehöfts führte 2000 zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Bürgerschaft – ein Beispiel für das Engagement des Vereins zugunsten des kulturellen Erbes. Auch heute bleibt die Aufarbeitung der regionalen Geschichte ein zentrales Anliegen.
Der Hattersheimer Geschichtsverein verbindet so museale Arbeit mit lebendiger Traditionspflege. Ob durch historische Ausstellungen, die Präsentation von Industriekultur oder die Bewahrung architektonischer Schätze wie des Nassauer Hofs – der Verein trägt maßgeblich dazu bei, das kulturelle Gedächtnis der Gemeinde lebendig zu halten.