Stolpersteine Flörsheim
Highlights
- In der Brunnengasse 4 liegen Stolpersteine für vergessene Opfer der NS-Zeit – Teil der bundesweiten Gedenkinitiative.
- 2021 entstand hier die Kofferskulptur ‚DenkMal‘ als Mahnmal für Zwangsarbeiter:innen und Verfolgte.
- Der Ort erinnert an lokale Opfer, während das größte Zwangsarbeiterlager in Bad Weilbach lag – Verlegungen erfolgten dort.
Tipps
- Die Stolpersteine in der Brunnengasse 4 erinnern an Opfer des Nationalsozialismus und deren Lebenswege in der Region.
- Ein rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht es allen Besuchern, die Gedenksteine ohne Barrieren zu betrachten.
- Die Kofferskulptur *DenkMal* in der Nähe thematisiert Zwangsarbeit und lädt zum Innehalten und Reflektieren ein.
Eigenschaften
Stolpersteine Flörsheim Brunnengasse 4 Kulturdenkmal
In der Brunnengasse 4 in Flörsheim erinnern Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus, die hier einst lebten oder arbeiteten. Die kleinen, in den Bürgersteig eingelassenen Gedenktafeln sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig und dienen als stille Mahnmale, um das Schicksal verfolgter Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Jeder Stein trägt den Namen, das Geburtsdatum und das Schicksal der betroffenen Personen – ein Zeichen des Gedenkens und der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit.
Flörsheim war während des Zweiten Weltkriegs von der Zwangsarbeit betroffen, insbesondere durch das nahegelegene Zwangsarbeiterlager in Bad Weilbach, das als größtes seiner Art in der Region galt. Auch im „Karthäuser Hof“ in Rüsselsheim, einem ehemaligen Eisenbearbeitungsbetrieb, wurden 1943 über 50 Menschen aus der Ukraine als Zwangsarbeiter untergebracht. Diese historischen Zusammenhänge machen die Stolpersteine zu einem wichtigen Ort der Aufarbeitung lokaler Geschichte und der Würdigung der Betroffenen.
Neben den Stolpersteinen ergänzt die Kofferskulptur „DenkMal“ seit 2021 das Gedenkfeld. Der Künstler Thomas Reinelt schuf diese Installation als symbolischen Koffers, der an die Vertreibung und Entrechtung der Opfer erinnert. Die Skulptur lädt zum Verweilen und Nachdenken ein und unterstreicht die Bedeutung des Ortes als Ort der Erinnerungskultur. Besonders in einer Zeit, in der das Bewusstsein für historische Verantwortung immer wieder neu gefestigt werden muss, gewinnt diese Installation an Bedeutung.
Die Stolpersteine und die „DenkMal“-Skulptur sind Teil eines größeren Netzwerks von Gedenkorten in der Region, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie sind nicht nur historische Sehenswürdigkeiten, sondern auch Orte der Begegnung und des Dialogs. Durch ihre unauffällige, aber eindringliche Präsenz im öffentlichen Raum erinnern sie an die Notwendigkeit, aus der Geschichte zu lernen und gegen Vergessenheit und Verharmlosung zu kämpfen.
Der Ort ist barrierefrei zugänglich und eignet sich für Besucher, die sich mit der lokalen Geschichte auseinandersetzen möchten. Die Kombination aus persönlichen Schicksalen, die in den Stolpersteinen verankert sind, und der künstlerischen Auseinandersetzung in der „DenkMal“-Skulptur macht diesen Gedenkort zu einem besonderen Ort der Erinnerung in Flörsheim.