Liebfrauenkirche
Highlights
- Die Liebfrauenkirche in Ravensburg ist die zweitälteste Pfarrkirche der Stadt und wurde zwischen 1279 und 1360 erbaut.
- Sie beherbergt bedeutende spätgotische Kunstwerke, darunter eine Kopie der Schutzmantelmadonna aus dem Jahr 1480.
- Mittelalterliche Bleiglasfenster aus dem 15. Jahrhundert schmücken den Chorraum mit biblischen Darstellungen.
Tipps
- Die Liebfrauenkirche liegt am nördlichen Eingang zur Altstadt Ravensburg und ist über die öffentlichen Verkehrsmittel gut erreichbar.
- Seiteneingänge sind meist geöffnet, sodass der Chorraum auch außerhalb der Gottesdienstzeiten besichtigt werden kann.
- Mittelalterliche Bleiglasfenster im Chor sowie der spätgotische Schnitzaltar im Hochchor sind sehenswerte Highlights der Kirche.
Eigenschaften
Über Liebfrauenkirche
Die Liebfrauenkirche in Ravensburg zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauten der Stadt und ist ein eindrucksvolles Zeugnis der gotischen Backsteinarchitektur. Als zweitälteste Pfarrkirche Ravensburgs wurde sie zwischen Ende des 13. und Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und liegt günstig am nördlichen Eingang zur historischen Altstadt. Bereits im Mittelalter war die Kirche eng mit dem Benediktinerkloster Weingarten verbunden, was ihre besondere Stellung innerhalb der Stadt unterstreicht. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach erweitert, darunter durch den Anbau eines Seitenschiffs im 15. Jahrhundert.
Besucher der Kirche werden nicht nur von der architektonischen Gestaltung, sondern auch von der kunstvollen Innenausstattung beeindruckt. Besonders sehenswert sind die gotischen Bleiglasfenster im Chor, deren ursprüngliche Glasmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert stammen. Sie zeigen biblische Szenen aus dem Leben Marias und der Kindheit Christi sowie die zwölf Apostel. Im südlichen Seitenschiff befindet sich eine Kopie der berühmten Schutzmantelmadonna aus dem Jahr 1480, deren Original heute in Berlin aufbewahrt wird und als eines der bedeutendsten Werke spätgotischer Kunst gilt. Hinzu kommen ein prachtvoller Schweizer Schnitzaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert sowie ein außergewöhnliches Sakramentshaus aus Rorschacher Sandstein, das in seiner Formensprache an zeitgenössische Renaissancemalerei erinnert.
Die Kirche verfügt über ein großes gotisches Chorgestühl, das im Mittelalter vom städtischen Chorherrenkapitel genutzt wurde. Über den Stühlen befinden sich Wandgemälde des expressionistischen Künstlers Gebhard Fugel, die Szenen aus der Andreaslegende und dem Leben Jesu darstellen. Im Langhaus sind zudem die kunstvoll restaurierten Kreuzwegstationen des gleichen Künstlers zu sehen. Die Apsis wird durch drei spätgotische Glasfenster ergänzt, deren Gestaltung mit anderen bedeutenden Kirchenfenstern der Region vergleichbar ist. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Gottesdienstes, sondern auch kultureller Mittelpunkt – hier finden regelmäßig Konzerte statt, die den außergewöhnlichen Klangkörper des Raumes nutzen.
Die Liebfrauenkirche ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und steht offen für Besucher, die sich von ihrer reichen Geschichte, der kunstvollen Ausstattung und der besonderen Atmosphäre inspirieren lassen möchten. Sie verkörpert den lebendigen Glauben der Ravensburger Gemeinde und bietet Raum für Andacht, Kunst und Begegnung – ein kulturelles und spirituelles Juwel inmitten der Stadt.