Heilig-Kreuz-Kirche profaniert - Es wird eine Kindertagesstätte daraus entstehen
Highlights
- Die Heilig-Kreuz-Kirche in Bocholt wird nach Profanierung als Kindertagesstätte neu genutzt – nach 88 Jahren als Gotteshaus.
- Erbaut 1936 als Notkirche, prägt der umlaufende Prozessionsgang und der erhöhte Altar das historische Kircheninnere.
- Die ehemalige Schreinerei der Pieronschen Fabrik diente 1932 als erster Kirchenraum vor dem offiziellen Bau.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch für alle Besucherinnen und Besucher.
- Die historische Notkirche aus dem Jahr 1932 zeigt die Ursprünge des Gebäudes in einer ehemaligen Fabrikhalle.
- Der umlaufende Gang um den Altarraum bietet Einblicke in die ursprüngliche Nutzung für religiöse Prozessionen.
Eigenschaften
Heilig-Kreuz-Kirche Bocholt: Profanierung zur Kita
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Bocholt ist ein historisch bedeutsames Bauwerk, das sich im Wandel von Sakralraum zu einem neuen kulturellen Zentrum befindet. Ursprünglich als Notkirche in den 1930er-Jahren in einer ehemaligen Schreinerei eingerichtet, entstand sie trotz politischer Widerstände des Nationalsozialismus. Der Bau begann nach der Errichtung eines Hochkreuzes im Jahr 1936, wobei der Kern des Gotteshauses der erhöhte Altar und das Allerheiligste bildeten. Die Architektur ist geprägt von einem zentralen Altarraum, flankiert von einem linken Querschiff mit einer ursprünglich nicht geplanten Seitenkapelle und einer Sakristei im rechten Querschiff.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem umlaufenden Gang um den Altarraum, der traditionell für Prozessionen genutzt wurde. Die Kirche verkörpert damit nicht nur den Glauben der Gemeinde, sondern auch den Widerstand gegen die zeitgenössischen Umstände. Trotz ihrer kurzen sakralen Nutzung wurde der Bau später profaniert und steht nun vor einer neuen Bestimmung: Aus dem ehemaligen Kirchenraum soll eine Kindertagesstätte entstehen. Dies zeigt die vielschichtige Nutzung historischer Gebäude und ihre Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse der Gegenwart.
Die Heilig-Kreuz-Kirche ist ein Zeugnis des Glaubens und des gesellschaftlichen Wandels. Ihr interner Aufbau mit dem erhöhten Altar und den funktionalen Nebenräumen spiegelt die liturgische Bedeutung wider, die sie einst hatte. Die geplante Umnutzung als Kindertagesstätte unterstreicht zudem die Bedeutung von Kultur und Gemeinschaft in Bocholt. Der rollstuhlgerechte Zugang unterstreicht zudem die Inklusivität des Ortes, der sowohl für spirituelle als auch für pädagogische Zwecke genutzt werden soll.
Für Besucher bietet die ehemalige Kirche nicht nur einen Einblick in die lokale Kirchengeschichte, sondern auch in die Transformation von Sakralbauten. Die Verbindung von religiöser Vergangenheit und moderner Nutzung macht den Ort zu einem faszinierenden Beispiel für die Vielfalt Bocholter Kulturlandschaft. Wer sich für sakrale Architektur und historische Entwicklungen interessiert, findet hier einen Ort, der Geschichte lebendig hält – und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnet.