Isselburg - Werth
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Isselburg - Werth umfasst 133 Hektar entlang der Issel und schützt seltene Feuchtgrünlandtypen.
- Das Gebiet ist wichtig für bodenbrütende Vögel wie Kiebitz und Uferschnepfe sowie für den Biotopverbund in der Eifel.
- Etwa 30 % der Fläche wurden durch das Land NRW für Naturschutz gekauft und extensiv bewirtschaftet.
Tipps
- Bei Besuchen sollten Hunde stets an der Leine gehalten werden, um den empfindlichen Lebensraum und andere Besucher nicht zu stören.
- Da Mülleimer im Gebiet nur wenige vorhanden sind, ist es ratsam, Abfall selbst wieder mitzunehmen, um die Natur zu schonen.
Eigenschaften
Über Isselburg - Werth
Das Naturschutzgebiet Isselburg – Werth liegt im nordrhein-westfälischen Kreis Borken und erstreckt sich entlang des Flüsschens Issel zwischen den Ortschaften Isselburg und Werth. Das rund 133 Hektar große Schutzgebiet umfasst zwei Teilflächen, die überwiegend südlich des Flusslaufes liegen. Charakteristisch für das Gelände ist das offene Grünland, das durch naturschutzorientierte Bewirtschaftung erhalten wird. Ein Teil der Flächen wurde bereits durch das Land NRW zu Naturschutzzwecken aufgekauft und wird extensiv bewirtschaftet, um die Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten langfristig zu sichern.
Das Landschaftsbild wird von Feucht- und Nassgrünland, Magerwiesen sowie einzelnen Baumgruppen und Heckenstrukturen geprägt. Der Flusslauf der Issel selbst ist innerhalb des Gebietes begradigt und durch Deiche vom angrenzenden Grünland abgetrennt. Dennoch konnten hier auentypische Lebensräume erhalten bleiben, darunter Röhrichte, Seggenriede und stehende Binnengewässer. Diese bieten Lebensraum für verschiedene seltene und zum Teil gefährdete Pflanzengesellschaften sowie für bodenbrütende Vogelarten wie Kiebitz, Großen Brachvogel und Uferschnepfe. Das Gebiet gilt als eines der bedeutenden Brutplätze im Westmünsterland und trägt somit zur landesweiten Erhaltung dieser Vogelarten bei.
Im Naturschutzgebiet Isselburg – Werth dominieren Magere Flachland-Mähwiesen, die unter der Kennung 6510 als Lebensraumtyp erfasst sind und rund ein Viertel der Fläche einnehmen. Hinzu kommen verschiedene Biotoptypen wie Hecken, Baumreihen, Einzelbäume sowie stehende Gewässer. Diese Strukturen tragen zur Gliederung der offenen Landschaft bei und bieten Lebensräume für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Das Schutzziel des Gebietes umfasst den Erhalt seltener Lebensgemeinschaften sowie die Förderung der natürlichen Vielfalt und Eigenart der Landschaft. Besondere Bedeutung hat das NSG innerhalb des regionalen Biotopverbundes als Trittsteinbiotop für Flussauenlebensräume.
Das Areal wird durch wenige, zum Teil historisch gewachsene Infrastrukturen wie die Klev'sche Landwehr im Süden begrenzt. Innerhalb des Schutzgebietes befinden sich sechs Gehöfte, die von der Schutzverordnung ausgenommen sind. Die konventionelle Landwirtschaft auf den Privatflächen wird als Herausforderung für den Erhalt der Lebensräume identifiziert, weshalb der Flächenankauf durch öffentliche Stellen als wichtiges Instrument zur langfristigen Sicherung der ökologischen Funktionen angesehen wird. Das NSG steht seit seiner rechtskräftigen Ausweisung unter Naturschutz und erfüllt sowohl regionale als auch landesweite Schutzfunktionen.