Kepler-Denkmal
Eigenschaften
Über Kepler-Denkmal
Das Kepler-Denkmal in Regensburg ist eine der ältesten und bedeutendsten kulturellen Gedenkstätten der Stadt. Es wurde errichtet, um den berühmten Astronomen Johannes Kepler zu ehren, der hier im Jahr 1630 starb und begraben wurde. Das Denkmal steht heute im Grüngürtel der Fürst-Anselm-Allee, in unmittelbarer Nähe zum Regensburger Hauptbahnhof und bildet einen markanten kulturhistorischen Anziehungspunkt in der Innenstadt. Die Errichtung erfolgte rund 150 Jahre nach Keplers Tod, angestoßen durch engagierte Bürger und geleitet von wichtigen Persönlichkeiten der damaligen Zeit.
Die Idee zur Errichtung des Denkmals entstand bereits im späten 18. Jahrhundert, als der Regensburger Gymnasialrektor Philipp Ostertag mit einem öffentlichen Aufruf erstmals um Spenden für ein Ehrenmal bat. Erfolg hatte dieser Appell jedoch nicht. Erst im Jahr 1806 nahm Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg den Plan wieder auf, und bereits zwei Jahre später wurde das Denkmal vollendet und feierlich eingeweiht. Ursprünglich an einer anderen Stelle errichtet, musste es 1859 aufgrund des Baus des Hauptbahnhofs um einige Meter westlich verlegt werden, wo es sich bis heute befindet.
Architektonisch ist das Denkmal ein Monopteros – ein runder, säulengetragener Tempel im Stil der griechischen Antike. Es wurde vom Architekten Emanuel d’Herigoyen entworfen und von acht dorischen Säulen getragen. Auf dem Kuppeldach thront eine vergoldete Armillarsphäre, die Keplers Verdienste um die Astronomie symbolisiert. Im Inneren ruht auf einem roten Marmorsockel eine lebensgroße Büste aus Carrara-Marmor, die vom Bildhauer Friedrich Döll nach historischen Vorlagen geschaffen wurde. Das Relief am Sockel stammt von Heinrich von Dannecker und zeigt Kepler als Genius, der den Schleier der Urania, der Muse der Astronomie, hebt.
Das Denkmal gilt als eines der frühesten öffentlichen Ehrenmale für einen Naturwissenschaftler in Deutschland und ist ein Zeugnis der Aufklärungsgesinnung seiner Zeit. Es überstand Kriegseinwirkungen und Stadtumbauten und bleibt bis heute ein stilles, aber eindrucksvolles Zeichen der Wertschätzung für einen der größten Gelehrten seiner Epoche. Trotz seiner historischen Bedeutung wird der Standort in manchen Bewertungen als wenig einladend wahrgenommen, was vor allem auf die Umgebungslage und teilweise mangelnde Pflege zurückzuführen ist.