Napoleonsbank
Highlights
- Napoleonsbank in Wachenheim an der Weinstraße ist ein historisches Kleindenkmal aus Sandstein.
- Die Bank besteht aus einem Ruhepfosten und einer daneben stehenden Sitzbank, ursprünglich mit Eisenklammern befestigt.
- Sie liegt im Wingertsgebiet ca. 200 Meter östlich vom Ortsrand auf dem Kieselberg.
Tipps
- Die Napoleonsbank liegt im Weinbaugebiet östlich von Gimmeldingen und ist über einen kurzen Wanderweg vom Ortsrand erreichbar.
- Vom Sitzplatz aus beginnt der Mandellehrpfad, ideal für einen anschließenden Spaziergang durch die Reben.
- Der Standort bietet einen guten Ausgangspunkt, um die historischen Ruhesteine und den Kieselberg zu erkunden.
Eigenschaften
Über Napoleonsbank
Die Napoleonsbank befindet sich im Ortsteil Gimmeldingen der Gemeinde Wachenheim an der Weinstraße im Landkreis Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz. Sie zählt zu den sogenannten „Napoleonsbänken“, historischen Ruhebänken, die vermutlich im Zusammenhang mit Napoleon Bonapartes Feldzügen im frühen 19. Jahrhundert entstanden. Diese Bänke dienten ursprünglich als Rastplätze für Reisende und Soldaten und sind heute als kleine Denkmale der Regionalgeschichte erhalten.
Die konkrete Bank am Kieselberg liegt ca. 200 Meter östlich des Ortsrands von Gimmeldingen im Wingertsland. Sie besteht aus Sandstein und zeigt typische Merkmale der historischen Bauweise jener Zeit. Ursprünglich war die Sitzbank mit Eisenklammern am Ruhepfosten befestigt. Auffällig ist die abgenutzte Mitte der Bank, die an eine ausgetretene Treppenstufe erinnert – ein Hinweis auf ihre intensive Nutzung über viele Jahrzehnte. Ein linker Pfosten fehlt heute, der rechte ist noch erhalten, wenngleich nicht original, wie grobe Behauungen vermuten lassen.
Von der Napoleonsbank führt ein ehemaliger Plattenweg in Richtung Dorf, entlang einer niedrigen Sandsteinmauer. Dieser Weg ist heute teilweise überwachsen, jedoch in manchen Abschnitten noch gut zu erkennen, teils mit sichtbaren Spuren ehemaligen Gebrauchs. Historische Überlieferungen zufolge gab es in der Gemarkung Gimmeldingen einst insgesamt acht solcher Ruhebänke. Einige von ihnen sind im Laufe der Zeit verschwunden oder stark beschädigt worden. Der „Lockenstein“ der Napoleonsbank wurde in den 1970er Jahren abgeschlagen und später gestohlen, ehe er 1991 durch eine Nachbildung ersetzt wurde.
Die Napoleonsbank ist nicht nur ein Zeugnis vergangener Handwerkskunst, sondern auch ein kulturhistorischer Anhaltspunkt für die Bedeutung solcher Raststellen in der Weinstraße-Region. Sie dokumentiert die Alltagskultur einer Zeit, in der Reisen oft mühsam und langwierig waren. Die Bank lädt heute dazu ein, innezuhalten und den Blick über die umliegende Landschaft schweifen zu lassen – ein Moment der Ruhe, der auch Napoleon selbst einst eingeräumt wird.