Templerkommende St. Michael, Iben
Highlights
- Hof-Iben im Appelbachtal gehörte ab 1253 zum Templerorden.
- Nach 1312 ging die Burg an verschiedene Adelsfamilien über.
- Die Templer nutzten Hof-Iben zur Versorgung im Heiligen Land.
Tipps
- Die Kapelle ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und bietet einige Sitzgelegenheiten.
- Parkplätze befinden sich vor der Hofeinfahrt, der Zugang ist jedoch nicht barrierefrei.
- Die Anlage liegt in Privatbesitz, Informationen sind an der Hofeinfahrt verfügbar.
Eigenschaften
Über Templerkommende St. Michael, Iben
Die Templerkommende St. Michael in Iben, einem Hof im Ortsteil Fürfeld des Kreises Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz, zählt zu den bedeutenden historischen Zeugnissen der Region. Ursprünglich als Dorf urkundlich erwähnt, entwickelte sich Iben im Mittelalter zu einer wichtigen Besitzung des Templerordens. Die erste Erwähnung des Ortes datiert aus dem 13. Jahrhundert. Die Templer errichteten hier eine Komturei, die sowohl wirtschaftliche Funktionen erfüllte als auch der Versorgung und Rekrutierung im Zusammenhang mit dem Heiligen Land diente. Der Name „Iben“ könnte auf die bedeutende Kreuzfahrerburg Ibelin im heutigen Israel zurückgehen, was die Verbindung zur Templertradition unterstreicht.
Die Anlage verfügte über eine Wasserburg, die erstmals um die Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde. Nach der Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 ging das Gut in den Besitz verschiedener Adelsgeschlechter über, darunter die Herren von Waldeck und später die Familie von Kronberg. Im 18. Jahrhundert gelangte der Hof in den Besitz der Schenken von Schmidtburg. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts befindet sich der Hof in bäuerlichem Privatbesitz. Die ehemalige Burganlage wird heute von einem landwirtschaftlich genutzten Gehöft umschlossen und ist nicht öffentlich zugänglich.
Im Zentrum des ehemaligen Templerkomplexes steht die Kapelle St. Michael, die heute unter Denkmalschutz steht und von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz verwaltet wird. Das Gebäude besticht durch seine schlichte, gotische Architektur und bietet Besucherinnen und Besuchern eine ruhige Atmosphäre zur Besinnung. Die Kapelle ist täglich für Besuche geöffnet, allerdings kann es aufgrund der Privatnutzung des umliegenden Hofgeländes zu Einschränkungen kommen. Der Zugang ist nicht barrierefrei, und Parkmöglichkeiten bestehen vor der Hofeinfahrt. Informationen zur Geschichte der Stätte sind vor Ort an der Hofeinfahrt auszugsweise verfügbar.
Die Templerkommende St. Michael in Iben ist ein Ort von hoher historischer Relevanz, der Einblicke in das Leben und Wirken des Templerordens im rheinhessischen Raum ermöglicht. Die Verbindung zur Burg und die wechselnden Besitzergeschlechter spiegeln die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Region wider. Die Kapelle selbst, obwohl schlicht im Inneren, lädt zur Auseinandersetzung mit der mittelalterlichen Geschichte ein. Ihre Lage im Appelbachtal unterstreicht die strategische Bedeutung der Anlage entlang wichtiger Fernhandelsrouten.
Trotz gelegentlicher Schließungen etwa aufgrund besonderer Umstände wie der Pandemie bleibt die Stelle ein lohnendes Ziel für Interessierte der Regionalgeschichte. Die Besucherberichte verdeutlichen, dass sowohl die Architektur als auch die Atmosphäre des Ortes einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der freundliche Umgang seitens der Hofbewohnerinnen und -bewohner trägt dazu bei, dass der Besuch trotz Privatbesitz einen respektvollen Umgang mit Geschichte ermöglicht. Die Kombination aus historischem Kontext und landschaftlich reizvoller Umgebung macht die Templerkommende St. Michael zu einem bemerkenswerten Kulturdenkmal in Fürfeld.