KZ Kemna
Highlights
- KZ Kemna war eines der ersten Konzentrationslager nach der NS-Machtübernahme 1933 in Wuppertal.
- Das Lager diente der willkürlichen Inhaftierung politischer Gegner, darunter Kommunisten und Sozialdemokraten.
- Es wurde bereits 1934 nach massiver Gewalt und öffentlichem Widerstand wieder geschlossen.
Tipps
- Das Gelände der ehemaligen Putzwollfabrik an der Beyenburger Straße ist heute eine Gedenkstätte, die auf die frühen Gräueltaten des NS-Regimes hinweist.
- Vom Ehrenberg aus führt ein beeindruckender Spazierweg zur Gedenkstätte, der sich besonders für Gespräche über Geschichte und Erinnerungskultur eignet.
- Parkmöglichkeiten direkt an der Bundesstraße sind begrenzt, daher ist Anreise zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln ratsam.
Eigenschaften
Über KZ Kemna
Das ehemalige Konzentrationslager Kemna, kurz KZ Kemna, befand sich im Wuppertaler Ortsteil Kemna und zählt zu den frühen nationalsozialistischen Konzentrationslagern in Deutschland. Es wurde kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in einer ehemaligen Putzwollfabrik errichtet und von der SA-Gruppe Düsseldorf geleitet. Das Gelände lag strategisch günstig an der Wupper, zwischen den Stadtteilen Beyenburg und Oberbarmen. Das Hauptgebäude des ehemaligen Lagergeländes ist heute an der Beyenburger Straße zu finden.
Das Lager diente der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gegen politische Gegner, darunter vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten, regimekritische Christen, Gewerkschaftler sowie auch Juden. Die Inhaftierungen erfolgten häufig willkürlich und basierten auf persönlichen oder politischen Denunzierungen. Besonders betroffen waren linke Arbeiter, die aufgrund ihrer politischen Überzeugung von lokalen NS-Funktionären in sogenannte Schutzhaft gebracht wurden. Die Misshandlungen der Häftlinge waren alltäglich und oft brutal, was selbst in der Bevölkerung zu Berichten und Gerüchten über die Grausamkeiten im Lager führte.
Ein besonderes Merkmal des Lagers war, dass sowohl die Wachleute als auch die Gefangenen oft aus der näheren Region stammten und sich bereits aus den politischen Auseinandersetzungen der Weimarer Republik kannten. Diese Tatsache verschärfte die Gewalt, da persönliche Racheakte nicht ausgeschlossen waren. Im Verlauf der Existenz des Lagers kam es zu mehreren Entlassungswellen, bei denen die Freigelassenen zur Geheimhaltung verpflichtet wurden. Aufgrund wachsender Kritik und interner Machtkämpfe innerhalb der NSDAP wurde das Lager bereits nach kurzer Zeit wieder geschlossen.
In den Jahren nach 1945 geriet das KZ Kemna weitgehend in Vergessenheit. Die historische Aufarbeitung blieb jahrzehntelang unzureichend, bis 1983 ein Mahnmal an der ehemaligen Lagerstätte errichtet wurde. Der Standort des Mahnmals befindet sich gegenüber dem ursprünglichen Gelände, da der damalige Eigentümer Gedenktafeln auf dem Gelände selbst untersagte. Die Gestaltung des Mahnmals erfolgte durch eine Kunst-AG des Gymnasiums Am Kothen. Seitdem findet jährlich eine Gedenkveranstaltung statt, um an die Opfer des Lagers zu erinnern.
Heute wird das Gelände des ehemaligen Lagers von evangelikalen Gemeinden im Kirchenkreis Wuppertal betreut. Die Erinnerungskultur am Standort wird weiterhin gepflegt, auch wenn die Erreichbarkeit für spontane Besuche aufgrund der Verkehrs Situation an der Bundesstraße eingeschränkt ist. Das Mahnmal dient als Ort des Gedenkens und Mahnens und erinnert an die frühen Verbrechen des Nationalsozialismus in der Region.