Museum im "Hirsch"
Highlights
- Das Museum im ‚Hirsch‘ in Buoch zeigt seit 1987 in einem 1784 errichteten Fachwerkhaus mittelalterliche ‚rotbemalte Feinware‘ und lokale Kunsthandwerkstraditionen.
- Seit 1983 erscheinen jährlich die ‚Buocher Hefte‘, die im Museum präsentiert werden und heimatkundliche Themen vertiefen – ergänzt durch Sonderausstellungen und Lesungen.
- Die Dauerausstellung ‚Dichter und Maler in Buoch‘ würdigt Künstler wie Karl Fuchs und Rudolf Kausler, die das Dorf seit dem 19. Jahrhundert prägten.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt ins Museum.
- Die Ausstellung ‚Unter Kunsthandwerkern‘ zeigt historische Keramik aus Buoch, die im Mittelalter und darüber hinaus hergestellt wurde.
- Im Museum werden regelmäßig Sonderausstellungen zu regionaler Geschichte und Kultur präsentiert, die durch Lesungen ergänzt werden.
Eigenschaften
Kultur im Museum Hirsch – Remshalden-Buoch entdecken
Das Museum im „Hirsch“ in Remshalden-Buoch ist ein lebendiges Zeugnis der regionalen Geschichte und Kultur. Gegründet als Verschönerungsverein im späten 19. Jahrhundert widmet sich der Verein heute vor allem der Heimatkunde und -pflege. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1987 im historischen Fachwerkgebäude des ehemaligen Gasthofs „Hirsch“ (erbaut 1784) präsentiert das Museum die Vielfalt der lokalen Traditionen – von der mittelalterlichen Keramikproduktion bis zu künstlerischen Spuren des 19. und 20. Jahrhunderts.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der „rotbemalten Feinware“, der berühmten schwäbischen Keramik, die einst in Buoch hergestellt wurde. Die Dauerausstellung „Unter Kunsthandwerkern“ zeigt beeindruckende Beispiele dieser hochwertigen Tischgeschirre, ergänzt durch Funde aus archäologischen Grabungen. Seit 2021 wurden neue Ausgrabungen in der Stuifenstraße durchgeführt, die Hinweise auf die frühe Besiedlung des Orts und die Fortführung der Keramikproduktion bis ins 18. Jahrhundert liefern. Die Exponate belegen die handwerkliche Meisterschaft der Buocher Manufaktur und ihre Bedeutung für die regionale Wirtschaft.
Die Abteilung „Dichter und Maler in Buoch“ erinnert an die Künstler, die das Dorf prägten. Von Rudolf Kausler, der mit seinen Mundartgedichten und Erzählungen die schwäbische Literatur bereicherte, bis zu Malern wie Karl Fuchs, dessen Werke bereits die erste Ausstellung des Museums 1987 ehrten, spiegeln die Exponate das kulturelle Leben wider. Auch der Maler Eduard von Kallee und der Schriftsteller Hermann Kurz hinterließen Spuren in Buoch, dessen ländliche Idylle seit dem 19. Jahrhundert Künstler anlockte. Die Abteilung wurde mit Unterstützung der Arbeitsstelle für literarische Museen Baden-Württembergs konzipiert und bietet Einblicke in die Verbindung von Natur, Literatur und Kunst.
Neben den Dauerausstellungen präsentiert das Museum jährlich zwei Sonderausstellungen zu historischen oder kulturgeschichtlichen Themen, die durch musikalisch begleitete Lesungen vertieft werden. Der Verein engagiert sich zudem für die Aufarbeitung der Ortsgeschichte, etwa durch die Herausgabe der „Buocher Hefte“ seit 1983 oder durch Studienfahrten zu historischen Stätten – früher mit einem Museumstriebwagen, heute oft in Kooperation mit anderen Vereinen. Die enge Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Buoch und lokalen Initiativen zeigt, wie sehr das Museum als Gemeinschaftsprojekt verstanden wird.
Das Gebäude selbst, ein geschütztes Fachwerkhaus, ist ein Juwel der Dorfarchitektur. Durch die liebevolle Restaurierung mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und der Gemeinde wurde das historische Flair bewahrt. Barrierefreiheit steht im Vordergrund: Rollstuhlgerechte Parkplätze und ein rollstuhlgerechtes WC ermöglichen allen Besuchern den Zugang. Das Museum im „Hirsch“ ist damit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Beitrag zur lebendigen Heimatpflege in Remshalden-Buoch.