Denkmal/Gedenkstätte

Jüdisches Museum

Prinzessinstraße 7, 24808 Rendsburg

Highlights

  • Das Jüdische Museum Rendsburg zeigt die älteste erhaltene Synagoge Schleswig-Holsteins (1844/45) und die Talmud-Tora-Schule (1830) als Baudenkmäler und Gedenkstätte.
  • Seit 1692 existiert eine jüdische Gemeinde in Rendsburg; das Museum dokumentiert 400 Jahre jüdisches Leben und NS-Verfolgung als zentrales Thema.
  • Aktuelle Ausstellungen wie ‚Azkelon‘ (Sigalit Landau) oder ‚State of Nature‘ verbinden Kunst, Geschichte und gesellschaftliche Perspektiven.

Tipps

  • Die Dauerausstellung bietet Einblicke in über 400 Jahre jüdische Geschichte Schleswig-Holsteins und zeigt, dass diese nicht auf das 20. Jahrhundert beschränkt bleibt.
  • Die einzig erhaltene Synagoge des Landes aus dem Jahr 1844/45 dient als historisches Baudenkmal und als Gedenkort für die lokale jüdische Gemeinde.
  • Die Lichtinstallation ‚A mentsh is a mentsh‘ am Ausstellungseingang thematisiert zentrale Werte jüdischer Kultur und eröffnet den Besuch mit einer emotionalen Perspektive.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Jüdisches Museum Rendsburg – Kulturdenkmal-Ausflug

Das Jüdische Museum Rendsburg ist ein bedeutender Ort der Erinnerung und des kulturellen Austauschs in Schleswig-Holstein. Es beherbergt die einzige ursprünglich erhaltene Synagoge des Landes, die 1844/45 erbaut wurde – noch vor der offiziellen Emanzipation jüdischer Bürger. Das historische Gebäude in der Prinzessinstraße steht als Baudenkmal und Gedenkstätte für das einstige jüdische Leben in der Region. Seit seiner Gründung 1988 verbindet das Museum die Aufarbeitung der NS-Verfolgung mit der Vermittlung einer vielfältigen jüdischen Geschichte, die weit über den Holocaust hinausgeht.

Die Dauerausstellung „A mentsh is a mentsh“ (Ein Mensch ist ein Mensch) von Künstlerin Naneci Yurdagül begrüßt Besucher:innen mit einer kraftvollen Lichtinstallation und thematisiert die Bedeutung jüdischer Identität und Kultur. Das Museum zeigt, wie seit dem 17. Jahrhundert Jüdinnen und Juden in Rendsburg und Umgebung lebten – von der Niederlassung durch ein königliches Privileg 1692 bis zur Gründung einer Talmud-Tora-Schule in den 1830er Jahren. Diese Schule bot nicht nur Religionsunterricht, sondern auch allgemeine Bildung für jüdische Kinder, was die Integration in die lokale Gesellschaft widerspiegelt.

Ein besonderer Fokus liegt auf der historischen Entwicklung der jüdischen Gemeinde, die durch rechtliche Gleichstellung im 19. Jahrhundert geprägt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Rendsburger Gemeinde nicht neu gegründet werden, da die jüdische Bevölkerung im Land stark geschrumpft war. Dennoch wurde das Museum zu einem Ort der Erinnerung und Bildung, der aktuelle gesellschaftliche Debatten aufgreift. Durch innovative Vermittlungsformate richtet es sich an ein breites Publikum – von Schulklassen bis zu internationalen Gästen – und fördert den interkulturellen Dialog.

Regelmäßig ergänzen Sonderausstellungen das Programm, wie etwa die Videokunst von Sigalit Landau („Azkelon“) oder die Ausstellung von Rebecca Louise Law, die 2026 im Rahmen eines landesweiten Tickets zugänglich sein wird. Diese Projekte zeigen, wie das Museum zeitgenössische Kunst mit historischer Aufarbeitung verbindet. Durch grenzüberschreitende Kooperationen, etwa mit Nachbarregionen wie Westerrönfeld (wo seit 1695 ein jüdischer Friedhof existiert), wird die regionale Vernetzung gestärkt – ein Zeichen für den Respekt vor unterschiedlichen historischen Erfahrungen.

Als Ort der historisch-politischen Bildung setzt das Jüdische Museum Rendsburg Maßstäbe: Es macht unsichtbare Geschichten sichtbar und lädt zum Nachdenken über Vielfalt, Toleranz und die Verantwortung für die Zukunft ein. Ob als Denkmal, Museum oder Gedenkstätte – hier wird jüdische Kultur lebendig und zum Anstoß für gesellschaftlichen Dialog.

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