St. Mariä Heimsuchung
Highlights
- Die Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung in Bevergern ist ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert.
- Sie beherbergt wertvolle barocke und mittelalterliche Kunstwerke, darunter einen Hochaltar von 1655 und eine geschnitzte Kanzel von 1727.
- Bevergern ist bekannt für seine alte Karfreitagsprozession, die noch heute nahezu unverändert den historischen Weg folgt.
Tipps
- Beim Besuch der St. Mariä Heimsuchung in Bevergern lohnt sich ein Blick auf die spätgotische Architektur und das historische Turmkreuz aus dem 17. Jahrhundert.
- In der Kirche sind wertvolle Kunstwerke wie der Hochaltar von 1655 und eine geschnitzte Kanzel aus dem Jahr 1727 zu sehen.
- Interessierte können über QR-Codes vor Ort zusätzliche Informationen zur Kirchengeschichte und Ausstattung abrufen.
Eigenschaften
Über St. Mariä Heimsuchung
Die katholische Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung befindet sich im westfälischen Bevergern, einem Stadtteil der Gemeinde Hörstel im Kreis Steinfurt, Nordrhein-Westfalen. Das denkmalgeschützte Kirchengebäude ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk der Region und hat eine über 600-jährige Geschichte. Ursprünglich als Kapelle unter dem Patronat des Klosters Gravenhorst errichtet, wurde sie im Laufe der Zeit zur Pfarrkirche erhoben. Die heutige Struktur des Gebäudes entstand im späten 15. Jahrhundert und zeigt eine spätgotische Architektur mit einschiffigem Gewölbe und polygonalem Chor.
Im Lauf der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus mehrfach erweitert und umgebaut. So kamen im 18. Jahrhundert Kapellen an den Seiten des Turms hinzu, und das südliche Seitenschiff wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet. Der Turm selbst wurde im späten 17. und 18. Jahrhundert erneuert, wobei Steine der ehemaligen Burg Bevergern verwendet wurden. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1975 wurde im Turmkreuz eine Flasche mit einem Brief aus dem 19. Jahrhundert entdeckt, die vom damaligen Bevergerner Arzt Friedrich Maria Borggreve stammt.
Die Innenausstattung der Kirche bezeugt eine kunstvolle Handwerkskunst über mehrere Epochen hinweg. Der Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert zeigt das Wappen des Stifters Christoph Bernhard von Galen. Die geschnitzte Kanzel aus dem frühen 18. Jahrhundert ist mit Figuren der vier Evangelisten sowie weiteren religiösen Darstellungen verziert. Weitere bemerkenswerte Exponate sind eine sitzende Muttergottes aus dem späten Mittelalter, ein Vesperbild aus Stein sowie verschiedene Figuren und Gemälde aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Unter den Kunstwerken befindet sich auch ein Gemälde der Auferweckung des Lazarus, das im Hintergrund die ehemalige Burg Bevergern zeigt.
Ein besonderes kulturelles Erbe der Gemeinde ist die sogenannte Bevergerner „Dracht“, eine alte Form der Karfreitagsprozession, die in Westfalen nur noch in Bevergern stattfindet und im Bistum Münster sogar die einzige ihrer Art ist. Der Prozessionszug folgt einem historischen Weg entlang des ehemaligen Stadtgrabens und führt durch die Altstadt. Traditionell wurden Grabchristus und eine trauernde Madonna getragen, begleitet von Leidenswerkzeugen. In jüngster Zeit wurden Anpassungen an die liturgischen Praktiken vorgenommen, wobei die Prozession weiterhin ein beeindruckendes Zeugnis lebendiger Volksfrömmigkeit bleibt.
Die Kirche St. Mariä Heimsuchung wird von Besucherinnen und Besuchern als sehenswertes Kulturdenkmal wahrgenommen. Neben der architektonischen und künstlerischen Ausstrahlung des Gebäudes wird auch die Möglichkeit begrüßt, durch QR-Codes vor Ort zusätzliche Informationen zur Geschichte und Ausstattung der Kirche abzurufen. Auch eine weihnachtliche Krippe zählt zu den Highlights, die besonders in der besinnlichen Jahreszeit für Aufsehen sorgen.