Denkmal/Gedenkstätte

Königsstuhl Rhens

Waldescher Str., 56321 Rhens

Highlights

  • Der Königsstuhl in Rhens ist ein 1842 rekonstruierter Bau aus schwarzen Lavaquadern und Basaltpfeilern, ursprünglich 1346 für Königswahlen genutzt.
  • 1795 zerstört und 1806 abgetragen, wurde das Denkmal 1841–43 nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx neu errichtet und 1929 an seinen heutigen Standort versetzt.
  • Seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes *Oberes Mittelrheintal*, bietet der Königsstuhl mit seiner Rheinsicht historische Bedeutung als Wahlort deutscher Könige.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität eine ungehinderte Annäherung an das Bauwerk.
  • Die acht Pfeiler und der Mittelpfeiler aus Basalt prägen das Erscheinungsbild des 1842 errichteten Neubaus und unterscheiden sich deutlich vom Vorgängerbau.
  • Der heutige Standort auf der Rheinhöhe Schawall bietet eine weite Aussicht über das Rheintal und die historische Altstadt von Rhens.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Königsstuhl Rhens

Der Königsstuhl Rhens ist eines der bedeutendsten historischen Denkmäler am Mittelrhein und ein zentraler Ort der deutschen Wahltradition. Ursprünglich als Wahlstätte für römische Kaiser und deutsche Könige im 14. Jahrhundert errichtet, diente er über Jahrhunderte als Symbol der Reichsgewalt. Der erste Bau wurde von den Bürgern Rhens finanziert und erhielt im Gegenzug ein Zollprivileg von den Herrschern. Besonders prägend war seine Rolle bei der Wahl Karls IV. 1346 sowie Wenzels 1376, dessen Sohn später als König Wenzel I. regierte. Der Königsstuhl markierte damit einen Höhepunkt der politischen Bedeutung Rhens als Wahlort im Heiligen Römischen Reich.

Das heutige Bauwerk ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1842, da der ursprüngliche Königsstuhl 1795 während der napoleonischen Kriege zerstört und seine Steine verkauft wurden. Der Neubau entstand nach Plänen von Johann Claudius von Lassaulx und orientierte sich an historischen Vorlagen, darunter einer Zeichnung von Laurenz Janscha aus dem Jahr 1798. Die markante Konstruktion aus schwarzen Lavaquadern und Basaltpfeilern spiegelt den ursprünglichen Charakter wider, auch wenn sich Details wie die Treppenführung oder der Giebel im Vergleich zum Vorgängerbau unterscheiden. Besonders auffällig ist die gerade, nach Nordosten führende Treppe, die heute den Zugang zur Plattform bildet.

Nach seiner Zerstörung wurde der Königsstuhl zunächst vergessen, bis eine Spendenaktion unter der Schirmherrschaft von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1841 zur Wiedererrichtung führte. 1929 wurde das Bauwerk schließlich von seinem ursprünglichen Standort im Nussbaumgarten an die heutige Position auf der Rheinhöhe Schawall versetzt, wo es heute mit Blick auf Rhens und das Rheintal steht. Seit 2002 ist der Königsstuhl Teil des UNESCO-Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ und gilt als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der mittelalterlichen Königswahlen. Als geschütztes Kulturdenkmal dokumentiert er die Verbindung von lokaler Geschichte und gesamtdeutscher Bedeutung.

Der Königsstuhl steht heute als stummer Zeuge der politischen Umbrüche, die Rhens prägten – von den Reichswahlen bis zur preußischen Restaurationszeit. Sein Aufbau aus regionalem Basalt und seine exponierte Lage am Rhein unterstreichen die enge Verbindung zu den Natur- und Kulturlandschaften des Mittelrheins. Als historisches Wahrzeichen lädt er Besucher ein, die Spuren einer Epoche zu erkunden, in der Rhens als zentraler Ort der deutschen Geschichte fungierte. Die markante Silhouette am Rheinufer macht ihn zu einem unverwechselbaren Symbol für die Region.

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