Flugzeugabsturzstelle
Highlights
- Am 27. Juli 1934 stürzte eine Curtiss AT-32C Condor II der Swissair bei Tuttlingen ab.
- Alle 12 Insassen kamen dabei ums Leben, darunter Pilot Armin Mühlematter und Flugbegleiterin Nelly Hedwig Diener.
- Ursache war ein strukturelles Versagen der Motoraufhängung und Tragfläche.
Tipps
- Das Flugzeugwrack ist heute nicht mehr zugänglich, da es sich in einem Waldgebiet befindet und kein offizieller Gedenkort eingerichtet wurde.
- Interessierte können sich über den historischen Unfall in lokalen Archiven oder Museen informieren.
- Vor Ort keine besonderen Einrichtungen oder Hinweisschilder zum Absturz zu erwarten.
Eigenschaften
Über Flugzeugabsturzstelle
Die Flugzeugabsturzstelle in Rietheim-Weilheim im Landkreis Tuttlingen ist eine Mahn- und Gedenkstätte, die an einen der frühesten tödlichen Flugzeugabstürze in Europa erinnert. Am 27. Juli ereignete sich hier der Absturz einer Curtiss AT-32C Condor II der Swissair, bei dem alle zwölf Insassen, darunter Passagiere und Crew, ihr Leben verloren. Es war zugleich der erste tödliche Flugunfall der Swissair-Geschichte. Das Flugzeug war von Zürich kommend auf dem Weg nach Berlin mit Zwischenlandungen in Böblingen und Leipzig.
Bei dem Unfall brach während des Fluges in etwa 2000 Metern Höhe der rechte Motor samt einem Teil der Tragfläche ab. Das Flugzeug stürzte daraufhin in steilem Flug in einen Wald auf dem Rußberg, rund vier Kilometer nördlich von Tuttlingen in der Gemarkung von Wurmlingen. Alle Insassen kamen ums Leben, ohne dass es Überlebende gab. Ein größerer Brand trat nicht auf, und die Bergung der Opfer war dennoch möglich, wenngleich die Trümmer verstreut im Wald lagen – der Rumpf etwa 50 Meter vom rechten Motor und bis zu 800 Meter von Teilen der Tragfläche entfernt.
Die anschließenden Untersuchungen ergaben, dass strukturelle Mängel im Bereich der Motoraufhängung und der Flügelverschweißungen eine entscheidende Rolle spielten. Die Schweizer Untersuchung vermutete einen sogenannten „Ausreißen“ des Motors, während die deutsche Kommission auf Materialermüdung und fehlerhafte Schweißverbindungen stieß, die durch Motorenvibrationen begünstigt wurden. Obwohl die genaue Ursache umstritten blieb, führte der Vorfall zu wichtigen Erkenntnissen in der Luftfahrttechnik und trug zur Weiterentwicklung sicherheitsrelevanter Konstruktionen bei.
Heute erinnert ein Gedenkstein an der Absturzstelle an das Geschehene. Die Stelle liegt abseits im Wald und ist Teil der regionalen Geschichte des Landkreises Tuttlingen. Sie steht als Zeugnis einer tragischen Episode in der frühen Geschichte der zivilen Luftfahrt und wird als Mahnmal für die Opfer des Flugzeugunglücks gewürdigt. Die Flugzeugabsturzstelle ist somit nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein kulturhistorischer Bezugspunkt in Baden-Württemberg.