Bauhof Rinchnach
Highlights
- Der Bauhof Rinchnach in Am Klosterfeld 17 ist ein historisch genutztes Gemeindezentrum mit unbefristeten TVöD-Stellen für öffentliche Aufgaben.
- Nach Sanierung wird das Gebäude als zentraler Ort für lokale Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten intensiv genutzt.
- Das Projekt ‚tierisch-wild‘ (EU) schuf 2010 einen einzigartigen Fledermaus-Spielplatz mit Lehrpfad im Ort.
Tipps
- Der Bauhof Rinchnach bietet einen Einblick in die historische Sanierung und Nutzung des ehemaligen Klostergebäudes nach dessen Auflösungsjahrhundert.
- Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern die Teilnahme an Veranstaltungen oder die Erkundung der Außenanlagen ohne Hindernisse.
Eigenschaften
Kulturzentrum Bauhof Rinchnach – Kultur am Klosterfeld 17
Der Bauhof Rinchnach am Klosterfeld markiert einen bedeutenden Ort in der Geschichte und Kultur des ältesten Kulturzentrums des mittleren Bayerischen Waldes. Ursprünglich als Teil des 1011 gegründeten Klosters durch den Benediktinermönch Gunther von Niederalteich entstanden, verkörpert das Gelände eine jahrhundertelange Verbindung von religiösem Leben, Handwerk und Gemeinschaft. Nach der Säkularisation im 19. Jahrhundert und der Auflösung des Klosters wurde das Areal neu genutzt – zunächst als Brauerei, später als Schul- und Verwaltungsgebäude. Heute dient der Bauhof als multifunktionales Zentrum, das sowohl historische Kontinuität als auch lebendige Ortsidentität widerspiegelt.
Ein besonderes Highlight ist die enge Verbindung des Bauhofs zum kulturellen Erbe Rinchnachs. 2010 entstand im Rahmen des EU-Projekts „tierisch-wild“ ein innovatives Fledermaus-Lehrpad, das den Besuchern spielerisch die heimische Tierwelt nahebringt. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung „200 Jahre Säkularisation – Umbruch und Aufbruch“ die tiefgreifenden Veränderungen, die das Kloster und die Region seit seiner Auflösung prägten. Diese Präsentationen unterstreichen die Bedeutung des Ortes als lebendiges Archiv regionaler Geschichte, das sowohl Einheimische als auch Touristen anzieht.
Der Bauhof ist zudem ein Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs. Der Guntherbund Rinchnach veranstaltet seit 1950 regelmäßig die Guntherfestspiele, die mit historischen Aufführungen und traditionellen Bräuchen an die Gründungszeit des Klosters anknüpfen. Diese Veranstaltungen ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an und stärken das Gemeinschaftsgefühl im Ort. Zudem bietet die Umgebung mit dem nahen Wallfahrtskirchlein „Frauenbrünnl“ – auch „Gunterkircherl“ genannt – eine spirituelle Ergänzung. Das barocke Kirchlein, 1766 errichtet und später saniert, thront über dem Rinchnachtal und bietet einen weiten Blick in die umliegende Berglandschaft.
Die historische Bausubstanz des Bauhofs selbst ist ein weiteres Zeugnis vergangener Epochen. Das „Gelbe Schulhaus“ von 1829 diente zeitweise als Knabenschule und später als Schwesternhaus für Nonnen des Deutschordens, deren Präsenz bis 2016 bestand. Die Sanierung des Gebäudes in den letzten Jahren hat es zu einem modernen Gemeindezentrum verwandelt, das sowohl administrative Funktionen als auch kulturelle Angebote vereint. Damit ist der Bauhof Rinchnach nicht nur ein Ort der Verwaltung, sondern ein zentraler Knotenpunkt für das kulturelle und soziale Leben im Ort.
Für Besucher und Anwohner alike ist der Bauhof ein Ort der Inspiration und des Austauschs. Ob durch historische Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen oder die Verbindung zur Natur im Rahmen des Fledermaus-Projekts – hier wird Geschichte lebendig und die Identität Rinchnachs als kulturelle Keimzelle des Bayerischen Waldes sichtbar. Der Bauhof steht damit für die einzigartige Symbiose aus Tradition, Innovation und Gemeinschaft, die Rinchnach auszeichnet.