St. Abdon und Sennen
Highlights
- St. Abdon und Sennen in Ringelheim wurde 941 als erste Kirche nach der Gründung des Frauenklosters durch Graf Immat errichtet.
- Der heutige gotische Chor stammt aus den Jahren 1485–1504 nach der Bursfelder Reform, die Barockfassade und Orgel entstanden 1730.
- Die Kirche beherbergt eine weltbekannte Orgel (1730) und ein spätgotisches Kruzifix (um 1300), das älteste Ausstattungsstück.
Tipps
- Die Kirche St. Abdon und Sennen zeigt eine einzigartige Verbindung romanischer, gotischer und barocker Bauelemente, die die historische Entwicklung des Ortes sichtbar machen.
- Der barocke Hochaltar und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert stammen von Abt Bernward Peumann und prägen den Innenraum mit klassizistischen Wandflächen und prächtiger Ausstattung.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in St. Abdon und Sennen Ringelheim
Die katholische Kirche St. Abdon und Sennen in Ringelheim zählt zu den bedeutendsten sakralen Bauwerken der Region und vereint in ihrem Erscheinungsbild über neun Jahrhunderte kirchlicher Geschichte. Ihr Ursprung reicht bis ins Jahr 941 zurück, als Graf Immat aus dem Haus der Immendinger ein Frauenkloster in dem bereits bestehenden Ort Ringelheim gründete. Der erste Vorgängerbau der heutigen Kirche entstand zeitgleich und markierte den Beginn einer langen Tradition religiösen Lebens, die bis heute nachwirkt.
Der heutige gotische Chor der Kirche wurde zwischen den Jahren 1485 und 1504 im Zuge der Bursfelder Reform errichtet und prägt bis heute das Innere des Gotteshauses. Der ursprüngliche Westturm fiel einem Umbau zum Opfer, als Abt Bernward Peumann im 18. Jahrhundert eine prächtige Barockfassade hinzufügte. Diese gestaltete er im klassizistischen Stil mit glatten weißen Wandflächen und schuf gleichzeitig den heute berühmten Hochaltar sowie die Kanzel. Besonders hervorzuheben ist die Orgel, die Peumann bei dem Einbecker Orgelbaumeister Andreas Schweimb in Auftrag gab und die Kirche durch ihre künstlerische Qualität weithin bekannt machte.
Die Kirche beherbergt eine einzigartige Mischung aus historischen Stilepochen: Ein spätgotisches Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert zählt zu den ältesten Teilen der Innenausstattung, während Altar, Kanzel und Säulen im Chorbereich dem Barockstil des 17. Jahrhunderts entstammen. Die gotische Verlängerung des Kirchenschiffs nach Osten erfolgte im Mittelalter, als der Raum für die wachsende Gemeinde zu klein wurde. Spätere Umgestaltungen, wie die Verlegung des Eingangs von der Süd- nach der Westseite, prägten das heutige Erscheinungsbild weiter.
Die Kirche ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein kulturelles Zentrum der Region. Die jährlich stattfindenden „Ringelheimer Orgeltage“ ziehen Besucher aus nah und fern an und unterstreichen den besonderen Charakter des Ortes. Als einzigartiges Baudenkmal in der Umgebung vereint St. Abdon und Sennen romanische, gotische und barocke Elemente zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk – ein Zeugnis der jahrhundertelangen christlichen Prägung Ringelheims.