Rittergut Markershausen
Highlights
- Rittergut Markershausen entstand Mitte des 18. Jh. als repräsentatives Fachwerkanwesen der Familie Treusch von Buttlar.
- Das Herrenhaus mit meterdicken Mauern, Kellergewölbe und barockem Innenausbau ist heute noch erhalten.
- Es diente ursprünglich als Vorwerk der Burg Brandenfels zur Versorgung der Burginsassen.
Tipps
- Das Rittergut Markershausen lässt sich gut zu Fuß vom Ortskern aus erreichen.
- Führungen durch das Herrenhaus und den Park sind auf Anfrage möglich.
- Nahegelegene Sehenswürdigkeiten umfassen das Mausoleum und die Patronatskirche.
Eigenschaften
Über Rittergut Markershausen
Das Rittergut Markershausen liegt im hessischen Herleshausen im Werra-Meißner-Kreis und zählt zu den bedeutenden Kulturdenkmälern der Region. Ursprünglich als Vorwerk der nahegelegenen Burg Brandenfels errichtet, diente es der Versorgung der Burgbewohner. Im 18. Jahrhundert wurde das Anwesen zu einem repräsentativen Herrenhaus mit Fachwerkbauweise umgebaut. Maßgeblich geprägt wurde der Ausbau durch Georg-Ernst Treusch von Buttlar, dessen Sohn das Gut 1786 schließlich fertigstellte. Noch heute sind die meterdicken Mauern, das Kellergewölbe sowie Stuckdecken und Kachelöfen mit dem Familiensignet erhalten. Ein ehemaliger Wirtschaftsbau wurde in den 1930er Jahren zu einem Wohnhaus umgewandelt.
Im unmittelbaren Umfeld des Ritterguts befinden sich weitere historische Bauten und Grabungen von besonderer Bedeutung. Die evangelische Patronatskirche Markershausen aus dem Jahr 1828 grenzt direkt an den Gutshof an. Im Inneren beherbergt sie unter anderem einen Baldachin aus dem Jahr 1743 sowie hölzerne Patronatslogen, die den beiden Linien der Familie Treusch vorbehalten waren. Ein besonderes Bauwerkzeug der Sozialgeschichte ist der historische Schafstall, dessen massive Mauern einst die Wärmestrahlung der Tiere nutzten, um diese während der kalten Jahreszeit zu beherbergen. Aufgrund seiner architektonischen und kulturhistorischen Relevanz ist das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.
Nicht weit vom Rittergut entfernt liegt das Mausoleum der Familie Treusch von Buttlar-Brandenfels, das 1929 im Stil eines griechischen Antentempels errichtet wurde. Auch die nahegelegene Burgruine Brandenfels oberhalb des Ortes ist eng mit der Geschichte des Gutes verbunden. Die Burg wurde im Mittelalter als Reichslehen errichtet und später von der Familie Treusch bewohnt. Mehrfach belagert und umkämpft, verfiel sie im 17. Jahrhundert, nachdem die Bewohner ihre Residenz ins Tal verlegten. Die Ruine ist heute eine markante Zeugenschaft der regionalen Geschichte und landschaftlich gut sichtbar vom Gut aus.
Ein weiteres geschichtsträchtiges Objekt in Markershausen ist der sogenannte Junker-Hans-Grabhügel, der an die tragische Geschichte des Adligen Junker Hans Treusch von Buttlar erinnert. Nach einem Jagdunfall fand er hier seine letzte Ruhestätte, wie es sein Wunsch gewesen war – „im Lärchenhain“. Ursprünglich von acht Lärchen umgeben, wurde der Grabstein in den 1970er Jahren erneuert. Die Erinnerung an ihn und seine verbotene Liebe zu einem bürgerlichen Mädchen prägt bis heute die lokale Überlieferung.