Ev. Kirche Vehlgast
Highlights
- 1754 errichtete Baumeister Lindemann den Turm; 1768 kamen zwei Glocken per Schiff von Berlin an.
- 1867 entstand nach Brand die heutige neugotische Backsteinkirche mit 26 m hohem Turm; 1924 wurde das Uhrwerk eingebaut.
- Die Kirche war 1800 Tochterkirche von Breddin und gehört seit 2016 zum Kirchenkreis Prignitz.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht einen barrierefreien Besuch der Kirche und des umliegenden Geländes.
- Der historische Turm aus dem Jahr 1754 sowie die neugotische Architektur der Kirche aus dem 19. Jahrhundert bieten Einblicke in die regionale Baugeschichte.
- Die Ausstellung ‚Lebendige Steine‘ verbindet kulturelle und historische Aspekte durch partizipative Elemente und multimediale Präsentationen.
Eigenschaften
Ev. Kirche Vehlgast – Kulturausflug Havelberg
Die Evangelische Kirche Vehlgast in Havelberg-Vehlgast ist ein historisch bedeutsames Sakralbauwerk mit einer bewegten Vergangenheit und einer einzigartigen Verbindung von Architektur, Musik und kultureller Vermittlung. Der heutige neugotische Backsteinbau entstand nach einem verheerenden Brand im Jahr 1863 und wurde ab etwa 1867 als Ersatzkirche errichtet. Sein markanter 26 Meter hoher Turm, schiefergedeckt und von Baumeister Lindemann aus Kyritz entworfen, prägt bis heute das Ortsbild. Die beiden Glocken, 1768 von einem Glockengießer aus Berlin angefertigt, wurden per Schiff über die Havel nach Vehlgast transportiert – ein Zeugnis der regionalen Handwerkskunst und des historischen Verkehrswegs entlang des Flusses.
Die Kirche war über Jahrhunderte eng mit der Region verbunden: Seit 1800 gehörte sie als Tochterkirche zur Superintendentur in Breddin, bevor sie später Teil der Kirchenkreise Havelberg und schließlich 2016 dem Kirchenkreis Prignitz zugeordnet wurde. Ihr historisches Uhrwerk aus dem Jahr 1924 und die mehrfache Umgestaltung der Innenräume spiegeln die stetige Weiterentwicklung des Gotteshauses wider. Besonders bemerkenswert ist die Verbindung zur globalen Gemeinde: Im Rahmen von musikalischen Begegnungen nahmen Besucher aus Botswana teil und spielten gemeinsam mit der lokalen Gemeinde – ein Beispiel für den interkulturellen Austausch, der die Kirche über die Grenzen des Ortes hinaus verbindet.
Ein besonderes Highlight ist die Ausstellung *„Lebendige Steine“*, die im Rahmen des Programms *„langut-kulturgut“* der Evangelischen Kirche Deutschland realisiert wurde. Mit Fördermitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien wurde hier ein partizipatives Konzept entwickelt, das Geschichte und Architektur durch alle Sinne erfahrbar macht. Durch persönliche Erzählungen von Nachfahren der Bauhandwerker, die als *„Jacobi“* wirken, werden die Steine und Materialien der Kirche „lebendig“. Ein umfangreiches Ausstellungsbuch steht zur Vertiefung bereit, sodass Besucher aller Altersgruppen – von Kindern bis zu Geschichtsinteressierten – faszinierende Einblicke gewinnen. Die Ausstellung überzeugt durch ihre emotionale und informative Gestaltung und macht die Kirche zu einem Ort der Begegnung mit regionalem Kulturgut.
Mit ihrem neugotischen Backsteinbau, der historischen Glockengeschichte und dem innovativen Ausstellungsangebot vereint die Ev. Kirche Vehlgast sakrale Tradition mit moderner Kulturvermittlung. Sie lädt ein, die Architektur zu erkunden, die Klänge der Glocken zu genießen und sich von den Geschichten der „lebendigen Steine“ berühren zu lassen – ein Ort, der Geschichte lebendig werden lässt und gleichzeitig Brücken in die Gegenwart schlägt.