2 Kirchenglocken
Eigenschaften
Über 2 Kirchenglocken
Die evangelische Dorfkirche Lassahn, dem heiligen Abundus geweiht, liegt im Ortsteil Lassahn der Gemeinde Zarrentin am Schaalsee im norddeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Der Name Lassahn geht auf wendische Wurzeln zurück und bedeutet wörtlich „Waldbewohner“. Die Kirche zählt zu den ältesten Sakralbauten der Region und wurde vermutlich im Hochmittelalter errichtet. Der Chor aus dem 13. Jahrhundert ist in Feldstein erbaut und zeigt bereits frühgotische Elemente. Besonders auffällig ist die Nordwand des Kirchenschiffs mit ihrer verputzten Oberfläche und abgestuften Strebepfeilern, während der Glockenturm im Fachwerkbau errichtet wurde.
In der Glockenstube der Kirche befinden sich zwei Glocken, die einen zeitlichen Abstand von fast einem Jahrhundert aufweisen. Eine Bronzeglocke wurde 1993 neu gegossen, während eine ältere Eisenhartguss-Glocke aus dem Jahr 1905 auf einem Podest an der Kirchhofmauer aufgestellt wurde. Eine weitere Glocke aus derselben Gießerei in Lübeck stammt ebenfalls aus dem Jahr 1905, wobei die kleine Glocke während des Ersten Weltkriegs zu Kriegszwecken abgegeben werden musste. Die Kirche selbst beherbergt zudem einen reich ausgestatteten Chorraum mit Kreuzrippengewölbe, bemalten Rippen und Fensterbögen sowie einer flachen Holzbalkendecke im Schiff. Der Zugang zum Chor erfolgt über einen spitzen Triumphbogen.
Das Innere der Kirche wird geprägt durch eine Vielzahl historischer Elemente: Die Kanzel aus der Spätrenaissance, die 1902 erbaute Orgel an der Südempore sowie die herrschaftliche Loge mit Holzgittern, die einst von der Familie von Bernstorff genutzt wurde. Letztere befand sich unter dem Patronat der Grafen von Bernstorff auf Stintenburg, was sich bis heute in zahlreichen Gedenktafeln im Altarraum widerspiegelt. Besonders erwähnenswert ist das dreiteilige Altarbild von Mathilde Block-Niendorf aus dem späten 19. Jahrhundert, das die Auferstehung Christi sowie die Emmaus-Jünger darstellt. Ergänzt wird der Altar durch ein Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert. Weitere künstlerische und historische Zeugnisse sind ein kleineres Triumphkreuz mit Evangelistensymbolen sowie mehrere Kriegsgedenktafeln, darunter eine seltene Fototafel der Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Der Kirchhof umgibt den Sakralbau und beherbergt unter anderem die Grablege der Grafen von Bernstorff im Norden. Im Westen des Friedhofs steht eine kleine Trauerhalle, während sich außen an der Südostecke ein Kriegerdenkmal befindet. Von der Kirche aus besteht die Möglichkeit, zur sogenannten Klopstock-Eiche zu wandern, von der aus ein beeindruckender Blick über den Schaalsee möglich ist. Diese Aussicht gilt als eine der schönsten der Region und zieht Besucher mit ihrer unmittelbaren Nähe zum Wasser und der ruhigen Atmosphäre an. Auch wenn Teile der Kirche aktuell restauriert werden, bleibt der Ort weiterhin ein sehenswertes Zeugnis mecklenburg-vorpommerscher Kirchengeschichte.