Denkmal/Gedenkstätte

Naturdenkmal Genagelter Stein

52159 Roetgen

Highlights

  • Der Genagelte Stein ist ein Quarzitfelsen am Grölisbach in Roetgen und wurde 1548 erstmals als Grenzstein erwähnt.
  • Drei Nägel im Stein markierten früher die Grenzen dreier Hoheitsgebiete; heute dient ein kleinerer Stein mit Buchstaben als Hinweis.
  • Seit 1958 ist der Stein als Naturdenkmal geschützt und wird seit 2010 durch den Eifelverein gepflegt.

Tipps

  • Beim Besuch des Naturdenkmals Genagelter Stein lohnt sich ein genauer Blick auf die markanten Nägel im Stein, die historische Grenzmarkierungen darstellen.
  • Die umliegenden Wege eignen sich gut für Spaziergänge, bieten aber nicht überall eine ebenerdige Fläche, was bei Kinderwagen zu beachten ist.
  • In der Nähe befindet sich ein Wildschweingehege, das bei einem Rundgang zusätzlich interessant ist.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Naturdenkmal Genagelter Stein

Das Naturdenkmal Genagelter Stein in Roetgen ist ein markanter Quarzitfelsen, der sich am Ufer des Grölisbaches befindet und seit 1958 unter Naturschutz steht. Der bräunlich-braune Stein ragt querrechteckig aus dem Gelände und misst etwa vier Meter Länge sowie 1,50 Meter Breite und Höhe. Er ist Teil einer unterirdisch verlaufenden Quarzitbank, die in der Region als „Vennwacken“ bekannt ist und durch natürliche Erosionsprozesse sichtbar wurde. Aufgrund seiner auffälligen Lage und seines historischen Wertes wurde der Stein erstmals im 16. Jahrhundert als Grenzstein erwähnt.

Der Name „Genagelter Stein“ leitet sich von drei eisernen Nägeln ab, die einst in den Felsen eingeschlagen wurden, um drei unterschiedliche Hoheitsgebiete zu markieren: das Herzogtum Jülich-Berg, das Herzogtum Limburg und die freie Reichsabtei Kornelimünster. Diese Nägel verliehen dem Stein nicht nur seinen Namen, sondern prägten auch die lokale Geschichte – so erinnert der ehemalige Name eines Hotels, einer Wohnanlage und eines Straßenabschnitts in unmittelbarer Nähe noch heute daran. Später wurde ein kleinerer Dreikantenstein vor dem Felsen platziert, der die Grenzen der Gemeinden Roetgen, Raeren und Walheim kennzeichnete. Auch dieser Stein hat heute keine aktuelle Grenzfunktion mehr, da sich die Verwaltungsgrenzen inzwischen verschoben haben.

Über die Jahrzehnte wurde der Stein und seine Umgebung verschiedenen Nutzungen unterworfen. Ursprünglich von Weideland umgeben, wurde das Gelände später bebaut und vernachlässigt. Die drei Nägel verschwanden aus ungeklärter Ursache, obwohl sie auf einem Foto aus den 1980er Jahren noch sichtbar waren. Erst ab etwa 2010 engagierten sich Mitglieder des Eifelvereins Roetgen für die Pflege und Aufwertung des Naturdenkmals. Seitdem wurde die Fläche gestaltet und ein barrierearmer Zugang entlang des Baches angelegt, der vom nahegelegenen Bundesstraßenzug aus erreichbar ist.

Das Areal lädt zu Spaziergängen ein und bietet einen Einblick in die geologische und historische Entwicklung der Region. Die Baumgruppe rund um den Stein gilt vielen Besucher*innen als besondere Attraktion. Auch Wildschweine sind in der näheren Umgebung zu beobachten, was den Charakter des Ortes als naturbelassener Rückzugsort unterstreicht. Einige ältere Bäume tragen Schilder, die auf den Status als Naturdenkmal hinweisen, und eine alte Schutzhütte erinnert an vergangene Veranstaltungen, als hier einst Kirmesfeiern mit Fahrgeschäften stattfanden.

Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,4 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen zählt der Genagelte Stein zu den bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten in Roetgen. Das Denkmal dokumentiert nicht nur geologische Prozesse, sondern auch die politische Zersplitterung der Region in früheren Jahrhunderten. Der Stein ist ein stilles Zeugnis vergangener Zeiten und heute ein geschützter Ort der Natur und Geschichte in der Städteregion Aachen.

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