Kirche/Kloster

alte Synagoge

Alsfelder Str. 1, 36329 Romrod

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Romrod wurde 1722 als Bauernhaus erbaut und 1837 von der jüdischen Gemeinde umgebaut.
  • Sie dient heute als standesamtliche Traulocation und ist ein bedeutendes religionsgeschichtliches Denkmal.
  • Die Synagoge wurde 2003 bis 2005 nach denkmalpflegerischen Richtlinien saniert.

Tipps

  • Das Gebäude ist ein religionsgeschichtliches Denkmal mit erhaltener klassizistischer Ausstattung und Mikwe im Erdgeschoss.
  • Die Synagoge liegt zentral im Ortskern neben dem Schlossmuseum und ist über die Alsfelder Straße erreichbar.
  • Von 2003 bis 2005 wurde das Gebäude denkmalgerecht saniert und dient heute auch als Standesamt für Trauungen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über alte Synagoge

Die ehemalige Synagoge von Romrod befindet sich im Ortskern der Stadt und zählt heute zu den bedeutenden Kulturdenkmälern im Vogelsbergkreis. Ursprünglich 1722 als bäuerliches Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet, wurde das Gebäude 1837 von der israelitischen Gemeinde erworben und bis 1843 zu einer Synagoge mit Schulraum, Lehrerwohnung und rituellem Bad umgebaut. Die Architektur des Gebäudes mit seiner straßenseitigen Blechverkleidung, dem Fachwerk an der Rückseite und der klassizistischen Innenausstattung zeugt von handwerklicher Qualität und religiöser Bedeutung.

Die Synagoge diente nicht nur als Ort des Gottesdienstes, sondern auch als Bildungsstätte für jüdische Kinder. Im Erdgeschoss wurde eine Mikwe eingerichtet, während im Obergeschoss eine Empore für den Synagogensaal geschaffen wurde. Die Ausstattung, entworfen vom Kreisbaumeister Sonnemann, ist bis heute weitgehend erhalten. Zu den erhaltenden Elementen gehören unter anderem die Unterkonstruktion des Thoraschreines sowie die gesamte Emporenanlage.

Die jüdische Gemeinde in Romrod bestand seit Ende des 18. Jahrhunderts und erreichte ihren Mitgliederhöchststand um das Jahr 1830. Im Verlauf der Jahrzehnte sank die Zahl der Gläubigen, und um das Jahr 1900 wurde der eigene Schulbetrieb eingestellt. In den 1930er Jahren kam es infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme zu Übergriffen vor Ort. Die verbliebenen Familien verließen die Stadt bis Ende der 1930er Jahre, und die Gemeinde löste sich auf. Das Gebäude wurde anschließend von verschiedenen Eigentümern als Scheune und Abstellraum genutzt.

Nachdem die Stadt Romrod das Anwesen 1992 erworben hatte, erfolgte von 2003 bis 2005 eine umfassende, denkmalgerechte Sanierung mit Unterstützung aus europäischen und hessischen Fördermitteln. Heute wird der Betsaal der ehemaligen Synagoge für standesamtliche Trauungen genutzt. Das Gebäude steht somit weiterhin im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und erinnert gleichzeitig eindrücklich an die jüdische Geschichte in der Region.

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