Hausbaumhaus
Highlights
- Spätgotisches Kaufmannshaus aus dem 15. Jahrhundert mit einzigartigem Hausbaum – eines der ältesten Hanse-Häuser Rostocks.
- Restauriertes Backsteinbauwerk mit freigelegtem Giebel und gotischen Elementen, seit 2013 durch die Stadt Rostock verwaltet.
- Rollstuhlgerechter Zugang ermöglicht Besichtigungen als Teil öffentlicher Stadtführungen oder in Gruppen.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht eine ungehinderte Besichtigung des spätgotischen Giebelhauses auch für Besucher mit eingeschränkter Mobilität.
- Die Führung bietet Einblicke in die hanseatische Baugeschichte und die besondere Verbindung des Gebäudes mit dem historischen Hausbaum aus dem 15. Jahrhundert.
- Das restaurierte Backsteinmauerwerk und die freigelegten gotischen Elemente verdeutlichen die handwerkliche Meisterleistung der Hansezeit.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Hausbaumhaus Rostock entdecken
Das Hausbaumhaus in Rostock zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der spätgotischen Hanse-Architektur in der Stadt und besticht durch seine einzigartige Bauweise rund um einen zentralen Hausbaum. Als eines der ältesten erhaltenen Kaufmannshäuser aus der Hansezeit – entstanden im 15. Jahrhundert – verkörpert es den Reichtum und das handwerkliche Können der Rostocker Kaufleute. Der markante Blendenstaffelgiebel mit seinen typisch gotischen Ziegelformen und die freigelegte Giebelwand mit originalen Zierbögen sind charakteristische Merkmale dieses historischen Bauwerks. Besonders auffällig ist der integrierte Hausbaum, ein seltener Baustil, bei dem ein Baum innerhalb des Gebäudes wächst und strukturell mit der Architektur verbunden ist.
Die Entwicklung des Hauses spiegelt die historische Bedeutung Rostocks als Handelsmetropole wider. Um 1625 wurde der zweigeschossige Kemlade, also der Hofflügel, hinzugefügt, der die ursprüngliche Bauform ergänzte. Über die Jahrhunderte hinweg erlebte das Gebäude mehrere Restaurierungsphasen, etwa in den 1990er-Jahren, als im Rahmen eines Projekts des Bundes der Architekten, der Bauwirtschaft und der Stadt Rostock das Backsteinmauerwerk saniert und der Hausbaum wieder freigelegt wurde. Dabei wurden auch gotische Teile der Giebelwand restauriert, während die Utluchten im Erdgeschoss entfernt wurden, um die ursprüngliche Substanz zu bewahren.
Seit 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Verantwortung für das Hausbaumhaus, bevor es 2013 an den Eigenbetrieb KOE Rostock – vertreten durch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock – überging. Heute dient das Gebäude nicht nur als historisches Denkmal, sondern auch als Veranstaltungsraum für kulturelle Events. Besichtigungen sind im Rahmen von öffentlichen Stadtführungen oder als individuelle Gruppe möglich, wobei die Besichtigung die Möglichkeit bietet, die einzigartige Verbindung von Architektur und Natur hautnah zu erleben.
Das Hausbaumhaus ist ein faszinierendes Beispiel für die hanseatische Baukultur und zeigt, wie handwerkliches Geschick, wirtschaftliche Blüte und regionale Traditionen in einem Bauwerk vereint wurden. Als eines der wenigen erhaltenen Beispiele seiner Art in Rostock bietet es Besuchern einen Einblick in die Vergangenheit der Stadt – von der Hansezeit bis zur modernen Nutzung als kultureller Ort. Die rollstuhlgerechte Zugänglichkeit macht das Haus zudem für ein breites Publikum zugänglich und unterstreicht den Anspruch der Stadt, historisches Erbe lebendig zu erhalten.
Wer sich für die Geschichte Rostocks, die Besonderheiten spätgotischer Architektur oder die Verbindung von Natur und Baukunst interessiert, findet im Hausbaumhaus ein einzigartiges Erlebnis. Das Gebäude steht symbolisch für den Stolz der Rostocker auf ihr kulturelles Erbe und lädt dazu ein, die Spuren der Hansezeit inmitten der modernen Stadt zu entdecken.