Richard Siegmann
Eigenschaften
Über Richard Siegmann
Die Stiftung Richard Siegmann in Rostock widmet sich der Vermittlung von Wissen über jüdische Geschichte und Kultur. Als Begegnungsstätte für Bildung und Dialog trägt sie maßgeblich zur Aufklärung über Antisemitismus und zur Stärkung des Demokratieverständnisses bei. Die Einrichtung verfolgt damit einen wichtigen kulturellen und gesellschaftlichen Auftrag in der Stadtmitte von Rostock und darüber hinaus im Landkreis sowie im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Die Namensgebung ehrt Richard Siegmann, einen engagierten jüdischen Unternehmer und Kommunalpolitiker, der über Jahrzehnte maßgeblich die Rostocker Straßenbahn leitete und sich politisch für eine demokratische Stadtverfassung einsetzte. Als langjähriger Stadtverordneter und Vorsitzender verschiedener Verkehrsverbände prägte er die lokale Infrastruktur. Zugleich engagierte er sich in jüdischen Gemeinden und übernahm Führungspositionen, bis er nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 alle Ämter verlieren musste. 1943 wurde er ins KZ Theresienstadt deportiert, wo er kurz darauf starb.
Die Stiftung bietet vielfältige Bildungsangebote, darunter Führungen zu den Spuren jüdischer Geschichte in Rostock, Vorträge, thematische Ausstellungen sowie Workshops für Schulklassen und Erwachsenengruppen. Ein besonderes Projekt sind die sogenannten Denksteine, die vor ehemaligen Wohnhäusern von Holocaust-Opfern in den Bürgersteig verlegt werden. Diese werden von Privatpersonen und Unternehmen finanziert und erinnern eindrücklich an das jüdische Leben in der Stadt. Die hauseigene Bibliothek sowie zahlreiche Publikationen ergänzen das Angebot und ermöglichen vertiefende Auseinandersetzungen mit der Thematik.
Die Arbeit der Stiftung wird durch ehrenamtliche Gremien wie den Verein der Freunde und Förderer, einen Stiftungsvorstand und ein Kuratorium begleitet. Sie wird zudem durch öffentliche Institutionen wie das Amt für Kultur und Denkmalpflege der Hansestadt Rostock sowie durch das Bildungsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Die Stiftung versteht sich als Ort des Gedenkens, der Bildung und des kulturellen Austauschs – für alle, die sich mit der Geschichte und Kultur des Judentums auseinandersetzen möchten.