Cohn-Scheune
Highlights
- Die Cohn-Scheune in Rotenburg (Wümme) zeigt seit 2010 jüdische Geschichte der Region mit Dauerausstellung zu 200 Jahren jüdischem Leben und Familiengeschichte der Cohns.
- Das Museum bietet rollstuhlgerechten Zugang, digitale Medien wie Tablet-Führungen und Sonderausstellungen zu Exil, Kindertransporten und regionaler Geschichte.
- Historische Exponate wie eine Tora-Rolle und Synagogenmöbel ergänzen seit 2020 die Dauerausstellung, konzipiert von lokalem Historiker Manfred Wichmann und unterstützt vom Jüdischen Museum Berlin.
Tipps
- Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zum Museumsgelände.
- Die Cohn-Scheune bietet einen virtuellen Rundgang an, der die Besichtigung der historischen Scheune auch online ermöglicht.
- Die Dauerausstellung zeigt die jüdische Geschichte der Region mit historischen Objekten und Dokumenten aus Archiven.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Cohn-Scheune Rotenburg (Wümme)
Die Cohn-Scheune in Rotenburg (Wümme) ist ein bedeutendes Kulturdenkmal und Museum, das die jüdische Geschichte der Region lebendig hält. Ursprünglich als Fachwerkbau Teil eines historischen Wohnhauses, wurde die Scheune im 19. Jahrhundert zu einem Symbol für das jüdische Leben im Altkreis Rotenburg. Seit ihrer Umgestaltung zu einem Museum bietet sie einen einzigartigen Einblick in die Kultur, Alltagswelt und Geschichte der jüdischen Gemeinschaft, die hier über zwei Jahrhunderte prägend wirkte.
Das Ausstellungskonzept der Cohn-Scheune wurde von dem aus Rotenburg stammenden Historiker Dr. Manfred Wichmann entwickelt, der damals am Jüdischen Museum Berlin tätig war. Die Dauerausstellung erzählt die Geschichte des jüdischen Lebens im Altkreis Rotenburg und beleuchtet dabei auch die Familien- und Unternehmensgeschichte der Cohns. Mit Objekten aus kommunalen und staatlichen Archiven – darunter erstmals präsentierte Fundstücke – wird die Vielfalt des jüdischen Alltags sichtbar gemacht. Besonders wertvoll sind die 2020 ergänzten Leihgaben: eine historische Tora-Rolle und ein Nachbau der Synagogenmöbel aus Zeven.
Die Cohn-Scheune ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein lebendiger Kulturort. Regelmäßig finden hier Sonderausstellungen, Vorträge, Lesungen und Filmvorführungen statt, die aktuelle Themen wie die Kindertransporte 1938/39 oder die Exilerfahrungen jüdischer Familien aufgreifen. Seit 2015 wird die Ausstellung im Obergeschoss durch interaktive Tablet-Computer ergänzt, die die gezeigten Judaika-Exponate mit kurzen Erläuterungsfilmen aufbereiten. Die Räume dienen zudem als Kulturwerkstatt für Workshops und Veranstaltungen, die das historische Erbe mit zeitgenössischen Perspektiven verbinden.
Die barrierefreie Gestaltung der Cohn-Scheune – mit rollstuhlgerechtem Parkplatz und WC – macht sie für ein breites Publikum zugänglich. Der virtuelle Rundgang ermöglicht es zudem, die Ausstellung auch digital zu erkunden. Als Ort der Begegnung und Reflexion trägt das Museum dazu bei, die Geschichte der Verfolgung und des Exils zu bewahren und gleichzeitig Denkanstöße für die Gegenwart zu geben. Die enge Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin und regionalen Archiven unterstreicht dabei den Anspruch, die lokale Geschichte in einen überregionalen Kontext einzubetten.
Für Besucher:innen bietet die Cohn-Scheune somit mehr als eine historische Stätte: Sie ist ein Ort der Auseinandersetzung mit Identität, Flucht und Rückkehr – und ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Identität Rotenburgs. Die Kombination aus Dauerausstellung, interaktiven Elementen und lebendigen Veranstaltungen macht sie zu einem unverzichtbaren Ziel für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte.