Denkmal/Gedenkstätte

Ehemaliges Büttner/Küfer Haus

Zeughausgasse 10, 91186 Roth

Highlights

  • Das Ehemalige Büttner-/Küferhaus in Roth beherbergte historisch Terrassenkeller mit originaler Brauereitechnik aus dem 19. Jahrhundert.
  • Gegenüber dem Schloss liegt ein ehemaliger Bierkeller, heute Teil der Schlosswirtschaft, mit unterirdischen Gewölben aus der Brauzeit.
  • Im Nachbargebäude befindet sich der noch genutzte Löwenkeller, ein Überbleibsel der 8–10 Brauereien aus dem 19. Jahrhundert.

Tipps

  • Die Führung beginnt traditionell im nahegelegenen Stadtkeller, der als historischer Ausgangspunkt der Rothener Brautradition dient.
  • Im 19. Jahrhundert befanden sich in der Region acht bis zehn Brauereien, was die Bedeutung des Brauwesens für die Region verdeutlicht.
  • Gegenüber des Schlosses in der Altstadt befindet sich die ehemalige Schlosswirtschaft, die als Verbindung zwischen Adelsgeschichte und Braukultur fungiert.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Roth: Ehemaliges Büttner/Küfer Haus

Das Ehemalige Büttner/Küfer Haus in Roth zählt zu den historischen Perlen der Altstadt und verweist auf das einst blühende Handwerk und die wirtschaftliche Bedeutung der Region. Als Zeugnis der traditionellen Handwerkszünfte Roths war das Gebäude ursprünglich Sitz von Büttnern und Küfern – Berufsgruppen, die für die Herstellung und Reparatur von Fässern und Behältern zuständig waren. Diese Handwerker spielten eine zentrale Rolle im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Roth, da sie nicht nur für die lokale Wirtschaft, sondern auch für den Handel mit Bier, Wein und anderen Gütern unverzichtbar waren. Das Haus spiegelt damit die enge Verbindung zwischen Handwerk, Brauerei und Alltagsleben wider, die Roths historische Entwicklung prägte.

Besonders interessant ist die Verbindung des Gebäudes zu Roths reicher Brautradition. Wie aus historischen Quellen hervorgeht, gab es im Ort einst bis zu acht bis zehn Brauereien, die eng mit den lokalen Handwerkern zusammenarbeiteten. Die Nähe zu Brauereien und Kellern deutet darauf hin, dass das ehemalige Büttner/Küfer Haus möglicherweise auch als Lager- oder Abfüllstation für gebrautes Bier diente. Typisch für Roths Braukultur sind zudem die unterirdischen Terrassenkeller, wie sie etwa in der Nürnberger Straße dokumentiert sind. Diese Kelleranlagen wurden nicht nur zur Lagerung von Bier genutzt, sondern auch zur Kühlung durch natürliche Methoden – etwa durch Schläuche, die mit Pumpen verbunden waren oder in Wasserkisten hingen.

Das Gebäude selbst ist ein Beispiel für die typische Fachwerkarchitektur der Region, die durch ihre handwerkliche Präzision und die Verwendung regionaler Materialien besticht. Obwohl es heute nicht mehr direkt als Werkstatt oder Lager genutzt wird, bleibt es ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes Roths. In der Nähe liegen weitere historische Stätten wie der Stadtkeller oder die ehemalige Schlosswirtschaft, die ebenfalls auf die Bedeutung von Brauerei und Handwerk hinweisen. Besonders erwähnenswert ist der benachbarte Löwenkeller, der bis heute in Betrieb ist und die Kontinuität der traditionellen Kellerkultur unterstreicht.

Für Geschichtsinteressierte und Kulturbegeisterte bietet das Ehemalige Büttner/Küfer Haus einen Einblick in die handwerkliche Vergangenheit Roths. Es zeigt, wie eng Handwerk, Brautradition und städtisches Leben miteinander verwoben waren. Wer sich auf eine Entdeckungstour durch Roths Altstadt begibt, wird hier nicht nur architektonische Details entdecken, sondern auch die Spuren einer Zeit erleben, in der Handwerker und Brauer das wirtschaftliche und soziale Gefüge der Stadt prägten. Das Haus steht damit symbolisch für den Reichtum an Geschichten, der in Roths historischen Gebäuden schlummert.

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