Überwasserkirche
Highlights
- Die Überwasserkirche in Münster ist eine gotische Hallenkirche mit 64,5 Meter hohem Turm und wurde 1040 geweiht.
- Sie liegt westlich des St.-Paulus-Doms auf der anderen Seite der Aa und war Sitz eines Kanonissenstifts.
- Das Stift versorgte adelige Frauen und bestand bis zu seiner Aufhebung 1773.
Tipps
- Die gotische Hallenkirche mit 64,5 Meter hohem Turm liegt westlich des St.-Paulus-Doms über der Aa.
- Im Advent sind besondere Ausstellungen und eine einladende Atmosphäre zu erleben.
- Die Kirche verbindet historische Architektur mit wechselnden künstlerischen Installationen.
Eigenschaften
Über Überwasserkirche
Die Überwasserkirche in Münster ist eine gotische Hallenkirche mit einem markanten Turm, der sich 64,5 Meter in den Himmel erhebt. Sie liegt westlich des St.-Paulus-Doms auf der anderen Seite der Aa, was auch zur Namensgebung „Überwasser“ führte. Ursprünglich als Liebfrauenkirche geweiht, wurde sie im Beisein von König Heinrich III. sowie mehreren Bischöfen und Adeligen eingeweiht. Die Kirche war Bestandteil eines Kanonissenstifts, das bis zur Säkularisation bestand und vorwiegend von Frauen aus dem Adel geleitet wurde. Die erste Äbtissin war Bertheid, Schwester von Bischof Hermann I., die später heiliggesprochen wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kirche mehrere Zerstörungen und Wiederaufbauten. Der ursprüngliche Bau wurde bereits kurz nach der Weihe durch ein Feuer zerstört. Ein Neubau entstand im späten 11. Jahrhundert, litt jedoch unter späteren Kämpfen, etwa bei der Eroberung Münsters im 12. Jahrhundert. Dennoch blieb die Überwasserkirche über die Jahrhunderte hinweg ein zentraler Ort der sakralen und gesellschaftlichen Geschichte der Region. Zahlreiche Adelige und bedeutende Persönlichkeiten wie der Baumeister Johann Conrad Schlaun oder der Pädagoge Bernhard Overberg fanden hier ihre letzte Ruhe.
Heute ist die Überwasserkirche Pfarrkirche der neu gebildeten Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, die mehrere ehemalige Gemeinden im Westen Münsters vereint. Die Kirche beherbergt darüber hinaus wechselnde Ausstellungen, die sakrale und künstlerische Elemente miteinander verbinden. Diese Themenräume laden zur Reflexion und Auseinandersetzung mit spirituellen und gesellschaftlichen Fragestellungen ein. Besonders in der Adventszeit wird der Ort durch besondere Gestaltung und künstlerische Inszenierung zu einem Ort der Stille und des Nachdenkens. Die klare Architektur des gotischen Baustils und die ruhige Atmosphäre prägen den Charakter dieses kirchlichen und kulturellen Raumes.
Die Überwasserkirche steht eng mit der Geschichte des Münsterlandes verbunden. Das mit ihr verbundene Stift besaß umfangreiche Grundbesitze und unterhielt enge Beziehungen zum Adel und zur Stadt. Adelige Familien wie die Droste zu Hülshoff unterhielten bis ins späte Mittelalter eigene Gräber innerhalb der Kirche. Auch heute noch spiegelt die Funktion als Pfarrkirche und kultureller Ort die Verbindung von Glauben, Geschichte und Kunst wider. Die Kirche ist Teil des Stadtdekanats Münster und gehört somit zum Bistum Münster.
Mit einem durchschnittlichen Bewertung von 4,6 von 5 Sternen bei über 300 Bewertungen wird die Überwasserkirche regelmäßig als gelungenes Beispiel für die Verbindung von Sakralbau und zeitgenössischer Kunst wahrgenommen. Die Kombination aus historischem Ambiente und modernen Ausstellungsformen trägt dazu bei, dass die Kirche sowohl für Gläubige als auch für Interessierte kultureller und historischer Themen ein lohnendes Ziel darstellt.