Kirche/Kloster

Magdalenen-Kapelle

37318 Rustenfelde

Tipps

  • Zwei gut ausgeschilderte Waldwege führen zur Magdalenen-Kapelle, ideal für einen ruhigen Spaziergang.
  • Die Kapelle liegt zentral im ehemaligen Grenzgebiet und ist über den historischen 'Weg der Geschichte' erreichbar.
  • Neben der Kapelle erinnert ein alter Grenzstein von 1743 sowie der nahegelegene Heidkopftunnel an die Regionsgeschichte.

Eigenschaften

Outdoor Aktiv Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ausflug zur Magdalenen-Kapelle in Rustenfelde

Die Magdalenen-Kapelle steht in malerischer Lage im Ortsteil Rustenfelde, im thüringischen Landkreis Eichsfeld, nahe der Gemeinde Kirchgandern. Die römisch-katholische Kapelle ist dem Heiligen Maria Magdalena geweiht und gehört zur Pfarrei St. Matthäus Arenshausen im Dekanat Heiligenstadt des Bistums Erfurt. Umgeben von Wald und nahe der historischen Dreischulzeneiche, an der sich einst die Gemarkungen von Kirchgandern, Reiffenhausen und Rustenfelde trafen, bietet die Kapelle nicht nur einen ruhigen Ort der Andacht, sondern auch einen beeindruckenden Ausblick auf die umliegende Landschaft.

Die Geschichte der Kapelle reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich wurde sie gemeinsam mit einem Kreuzweg errichtet, der aus einheimischem Sandstein besteht und 14 Stationen umfasst. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage mehrfach restauriert. Besonders herausfordernd war die Zeit nach 1952, als das Gelände durch das Grenzregime der DDR stark eingeschränkt war. Die Kapelle und der Stationsweg gerieten in das Grenzsperrgebiet und waren für die Öffentlichkeit unzugänglich. Verfall und Zerstörung prägten diese Zeit, bis nach der Wende 1991 die Initiative zur Wiederherstellung ergriffen wurde. Auf den ursprünglichen Grundmauern errichtet, wurde die heutige Kapelle im Dezember 1991 geweiht. Auch der Kreuzweg erhielt neue Impulse und wurde 1996 wieder eingeweiht.

Der Weg zur Kapelle ist selbst Teil ihrer Bedeutung: Zwei gut ausgeschilderte Waldwege führen von Kirchgandern aus zur Anlage – ein Weg, der nicht nur Wanderer, sondern auch Pilger auf dem „Weg der Geschichte“ anzieht. Dieser Rundwanderweg, angelegt von der Kolpingjugend Erfurt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, macht die historische Bedeutung des Ortes erfahrbar. In unmittelbarer Nähe verläuft heute das Grüne Band, ein Naturschutzstreifen entlang der ehemaligen Grenzlinie, der die besondere Natur- und Kulturgeschichte der Region sichtbar macht. Nur wenige hundert Meter nördlich des Kapellenareals befindet sich zudem der westliche Ausgang des Heidkopftunnels, ein weiteres Zeugnis der Teilungsgeschichte.

Die Magdalenen-Kapelle ist bis heute ein Ort der Begegnung, des Gedenkens und der Spiritualität. Jährlich wird am Magdalenentag ein Festgottesdienst abgehalten, der an die besondere Bedeutung des heiligen Maria Magdalena erinnert. Die ruhige Atmosphäre, die geschichtsträchtige Umgebung und die liebevoll gepflegte Anlage machen die Kapelle zu einem sehenswerten und besinnlichen Ausflugsziel in der Region.

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