Museum

Feuchtmayer-Museum

Tüfinger Str. 10, 88682 Salem

Tipps

  • Das Museum befindet sich im historischen Gebäude der ehemaligen Feuchtmayer-Werkstatt und zeigt originale Skulpturen sowie Musterstücke zur Technik der Stuckierungen.
  • Führungen bieten vertiefte Einblicke in das Werk und die Arbeitsweise des Künstlers und können auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden.
  • Im Garten des Museums befinden sich zwei Bänke, die zum Verweilen und Entspannen einladen.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Feuchtmayer-Museum

Das Feuchtmayer-Museum in Salem ist einem der bedeutendsten barocken Künstler Süddeutschlands gewidmet: Joseph Anton Feuchtmayer. Der in Oberösterreich geborene Holzschnitzer, Steinbildhauer und Stuckateur wirkte maßgeblich im Raum des ehemaligen Zisterzienserklosters Salem und prägte mit seiner kunstvollen Tätigkeit zahlreiche Kirchen und Schlösser in der Region. Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem Jahr 1691, das Feuchtmayer selbst im Jahr 1730 von seinem Hauptauftraggeber, dem Kloster Salem, erwarb. Hier befand sich einst seine Werkstatt, später auch die seiner Nachfolger. Das Gebäude beherbergte über Jahrhunderte hinweg eine Bildhauerwerkstatt und wurde erst in den 1990er Jahren nach aufwändiger Restaurierung in ein Museum umgewandelt.

Die Ausstellung im Feuchtmayer-Museum konzentriert sich weniger auf eine umfassende Darstellung des Schaffens des Künstlers, sondern vermittelt stattdessen Einblicke in seine Arbeitswelt und künstlerischen Techniken. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem die Bedeutung von Zeichnungen als Werkzeug zur Akquise von Aufträgen, die Herstellung von Stuckaturen sowie die Werkstattpraxis des 18. Jahrhunderts. Besucher erfahren anschaulich, wie etwa ein vergoldeter Puttokopf entstand oder welche Rolle Gips und Marmor in der barocken Innenraumgestaltung spielten. Ein besonderes Highlight ist der Original-Deckenputz aus dem ehemaligen Marstall des Schlosses Salem, der den Besucher durch die technischen und ästhetischen Qualitäten der Stuckkunst beeindruckt.

Ein weiterer Bestandteil der Ausstellung widmet sich dem Verhältnis Feuchtmaiers zum Kloster Salem und insbesondere zu seinem Förderer, Abt Anselm II. In diesem Kontext wird auch das berühmte Stuckensemble der Klosterkirche Birnau thematisiert, zu dem unter anderem die vielbeachtete Figur des sogenannten Honigschleckers gehört. Die kuratierte Präsentation wurde von der Kunsthistorikerin Dr. Marion Harder-Merkelbach konzipiert und spiegelt sowohl fachliche Expertise als auch eine sensible Rücksichtnahme auf die historische Substanz des Gebäudes wider. Ergänzt wird die Dauerausstellung gelegentlich durch Sonderausstellungen regionaler Künstler, wie beispielsweise des Salemer Malers Reinhard Wolters.

Das Museum genießt eine ruhige Lage im Ortskern von Salem, direkt am Schlosssee. Vor dem Gebäude laden zwei Bänke im gepflegten Garten zu einem kurzen Verweilen ein. Die Räumlichkeiten des Museums sind liebevoll und authentisch gestaltet, wobei auf die Erhaltung der historischen Bausubstanz geachtet wurde. Die ehemaligen Wohnräume beherbergen die Ausstellung, während im Wirtschaftstrakt die Gemeindebibliothek untergebracht ist. Die Sanierung des Gebäudes erfolgte in den 1990er Jahren durch die Gemeinde Salem mit Unterstützung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und des Fördervereins Feuchtmayerhaus Salem e.V., der auch heute noch für die Pflege des Museums verantwortlich ist.

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