Burg Boke
Highlights
- Die Hünenburg im Barbruch ist eine frühmittelalterliche Niederungsburg in Boke, Delbrück.
- Heute sind nur noch Wallreste und ein Burgstall erhalten.
- Die Anlage liegt in der Lippeaue auf 87 Meter über NHN.
Tipps
- Die Hünenburg im Barbruch ist ein frühmittelalterlicher Burgstall mit Wallresten und liegt in der Lippeaue bei Salzkotten.
- Der Gelände ist heute Naturschutzgebiet und wird als Wiese bewirtschaftet, Wallreste sind mit Gebüsch bewachsen.
- Parken ist in der Nähe möglich, der Weg dorthin führt über einen Feldweg, geeignet für Wanderungen.
Eigenschaften
Über Burg Boke
Die Burg Boke, auch Hünenburg im Barbruch genannt, ist eine frühmittelalterliche Niederungsburg im Stadtteil Boke der Gemeinde Delbrück, gelegen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Die archäologische Geländestelle befindet sich etwa 700 Meter östlich von Ringboke in der Lippeaue, auf einer Höhe von rund 87 Metern über dem Meeresspiegel. Heute stellt die Anlage einen Burgstall mit sichtbaren Wallresten dar, der inzwischen unter Denkmalschutz steht und als Naturschutzgebiet genutzt wird.
Ursprünglich umfasste die Burg ein grob rechteckiges Kernwerk mit den Abmessungen 90 mal 65 Meter. Südlich und westlich des Kerns verlief ein vorgelagerter Wall, der im Südosten anschloss. Nördlich des Westeingangs wird eine Erhebung als möglicher Turmrest gedeutet. Archäologische Untersuchungen in den 1950er Jahren brachten Keramikfunde aus dem 10. und 11. Jahrhundert zutage, die Hinweise auf die Entstehungszeit geben. Die Mauerreste bestanden aus Mörtelsteinen, die auf einem Steinpflaster ruhten, wie aus Grabungen und historischen Skizzen hervorgeht. Ein großer Teil der Befestigungsanlage wurde im Laufe der Zeit abgetragen, sodass heute hauptsächlich Wallspuren und natürliche Bewuchsformen das Erscheinungsbild prägen.
Die Hünenburg wurde nach 1968 durch den damaligen Eigentümer teilweise eingeebnet, woraufhin der Kreis Büren die Fläche erwarb und unter Naturschutz stellte. Heute wird das Areal als extensive Wiese bewirtschaftet, und die Wallzüge sind größtenteils mit dichtem Gehölz bewachsen. Die Anlage dient somit sowohl der Denkmalpflege als auch dem Naturschutz und beherbergt eine artenreiche Streuwiese. Die ehemalige Burg ist nicht öffentlich zugänglich, wird jedoch gelegentlich von Interessierten besucht, die die historischen Spuren und die ruhige Lage im Barbruch schätzen.
Um die Burg ranken sich verschiedene Sagen, darunter Geschichten über einen bewohnenden Riesen, der mit einem Hünen aus Verne in Verbindung steht. Eine lokale Variante der Sage um Widukind berichtet davon, dass der sächsische Fürst durch einen sogenannten „Boker Riesen“ vor den Franken gerettet wurde. Diese Überlieferungen tragen zur kulturellen Bedeutung des Ortes bei, auch wenn sie historisch nicht belegt sind. Die Burg Boke ist somit ein Zeugnis frühmittelalterlicher Siedlungsgeschichte in der Region und zugleich ein stillgelegter Ort mit mythologischen Bezügen.