Trafoturm Holsen
Eigenschaften
Ausflug Kultur Denkmal Trafoturm Holsen Geseke
Der Trafoturm Holsen ist ein ehemaliger Umspannwerksturm im nordrhein-westfälischen Geseke und zählt heute zu den besonderen Kultur- und Naturschutzorten der Region. Ursprünglich im Jahr 1922 erbaut und 1923 in Betrieb genommen, diente er über mehrere Jahrzehnte der Energieversorgung der umliegenden Gemeinden Salzkotten, Holsen, Schwelle und Winkhausen. Mit dem technischen Fortschritt und den Anforderungen der modernen Energiewende wurde der Turm jedoch 2014 außer Betrieb genommen. Anstatt abgerissen zu werden, erhielt er dank engagierter Initiativen eine neue Bestimmung als Begegnungs- und Artenschutzort.
Seit seiner Transformation im Jahr 2017 ist der Trafoturm ein lebendiger Ort für Mensch und Tier. Im Erdgeschoss beherbergt er ein kleines Elektromuseum, das die Entwicklung der Elektrifizierung anschaulich nachzeichnet – inklusive eines originalgetreuen Nachbaus des ehemaligen Transformators. Der Turm dient zudem als Rückzugsort für verschiedene Tierarten: Insektenhotels bieten Wildbienen und Käfern Unterschlupf, Nistkästen sind speziell für Singvögel eingerichtet, und sogar Turmfalken haben sich im Obergeschoss niedergelassen. Besonders im Sommer summt und zwitschert es hier – im Winter locken Futterstellen und eine Vogeltränke zahlreiche heimische Arten an.
Die Initiative zum Erhalt und zur Umnutzung des Trafoturms wurde maßgeblich von der Familie Sandbothe vorangetrieben. Johannes Sandbothe leitete den aufwändigen Umbau, während Marlies Sandbothe mit kreativen Ideen den kulturellen Teil des Projekts prägte. Unterstützt wurden sie von zahlreichen Helfern aus der Region: vom Kindergarten über die Landfrauen bis hin zu ehrenamtlichen Handwerkern. Veranstaltungen wie das jährliche Erntefest, Turmglühen oder Ferienspiele sorgen für lebendige Gemeinschaftsgefühle, während Aktionen wie das Stadtradeln oder die NABU-Korksammelstelle für Umwelt und soziales Engagement werben.
Der Trafoturm ist weit über die Grenzen Geseke hinaus bekannt – nicht zuletzt dank der Plattform „Turmtransformation“, die ehemalige Umspannwerke in ganz Deutschland vernetzt. Auch mit Preisen wie dem Innogy Klimaschutzpreis und dem Heimat-Preis wurde das Engagement am Standort öffentlich gewürdigt. Besucher*innen sind jederzeit herzlich willkommen, um den Turm zu erkunden, an Veranstaltungen teilzunehmen oder einfach nur die Atmosphäre zu genießen – tagsüber ist der Turm immer geöffnet.