Erlebnisbäder

Förderverein Stadtbad - Lichtenberg eV

Summter Str. 209, 12623 Berlin

Highlights

  • Der Förderverein bewahrt seit 30 Jahren das 1928 erbaute expressionistische Stadtbad Lichtenberg als einzigartiges Berliner Kulturdenkmal.
  • Finanziert werden durch Spenden Archivrecherchen, Führungen und Ausstellungen zur Geschichte des seit 1991 stillgelegten Volksbades.

Tipps

  • Der Besuch des Stadtbades Lichtenberg ermöglicht Einblicke in ein historisches Bauwerk aus der expressionistischen Badekultur des frühen 20. Jahrhunderts.
  • Die Architektur des Gebäudes zeigt typische Merkmale der Berliner Volksbäderbewegung, die ab den 1870er-Jahren für erschwingliche Badelösungen kämpfte.
  • Führungen durch den Förderverein vermitteln Hintergrundwissen zur Geschichte des Bades, seiner Nutzung und den Gründen für die Schließung 1991.

Eigenschaften

Familie Entspannt Ganzjährig

Badabenteuer im Lichtenberger Stadtbad Berlin

Der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V. bewahrt eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der expressionistischen Badekultur Berlins – das 1928 eröffnete Stadtbad Lichtenberg. Das historische Bad, ein Meisterwerk der frühen Moderne, steht seit über drei Jahrzehnten leer und droht, in Vergessenheit zu geraten. Der Verein engagiert sich seit Jahren für eine denkmalgerechte Wiederbelebung und setzt sich für den Erhalt dieses einzigartigen Zeugnisses sozialer Hygiene- und Architekturgeschichte ein.

Das Stadtbad Lichtenberg entstand im Kontext der Berliner Volksbäderbewegung, die ab dem späten 19. Jahrhundert für erschwingliche Badeinfrastruktur kämpfte. Initiiert von Ärzten wie Max von Pettenkofer und unterstützt von Industriellen wie James Simon, sollten öffentliche Bäder die Gesundheit der Arbeiterklasse verbessern. Die Architektur des Bades spiegelt diesen sozialen Anspruch wider: Funktionell, aber mit künstlerischem Anspruch, etwa durch expressionistische Formen und eine klare Raumaufteilung. Ursprünglich war dem Hallenbad ein Freibad in der Nähe des Kraftwerks Klingenberg angegliedert, das ebenfalls vom Stadtbaurat Rudolf Gleye geplant wurde.

Die Geschichte des Stadtbades ist eng mit der Entwicklung Lichtenbergs verknüpft, das im frühen 20. Jahrhundert vom Industrievorort zum Wohnviertel mit sozialer Infrastruktur wurde. Unter der Leitung von Oskar Ziethen entstanden hier Schulen, Parks und öffentliche Einrichtungen – das Stadtbad war dabei ein zentraler Ort für Gemeinschaft und Gesundheit. Doch nach der Schließung 1991 verfiel das Gebäude, obwohl es als technisches und architektonisches Denkmal geschützt ist. Der Förderverein finanziert seitdem Recherchen zu Bauakten, historische Führungen und Ausstellungen, um das Wissen über das Bad zu bewahren und eine zukunftsfähige Nutzung zu ermöglichen.

Die Arbeit des Vereins ist essenziell, um das Stadtbad als Zeugnis urbaner Kulturgeschichte zu erhalten. Durch Spenden und ehrenamtliches Engagement werden Archivrecherchen unterstützt, die Aufschluss über Bauweise, Technik und historische Nutzung geben. Ziel ist eine Wiederbelebung, die sowohl den Denkmalschutz als auch moderne Anforderungen erfüllt – etwa durch eine Nutzung als Kulturort, Bildungsstätte oder soziales Bad. So soll das Stadtbad Lichtenberg nicht nur als Relikt der Vergangenheit bewahrt, sondern als lebendiger Teil der Berliner Geschichte weiterentwickelt werden.

Für alle, die sich für die Geschichte des Badens, die Architektur der Weimarer Republik oder die Sozialgeschichte Berlins interessieren, ist der Förderverein eine wichtige Anlaufstelle. Die Initiative zeigt, wie Denkmäler durch engagierte Bürger:innen gerettet werden können – und wie aus einem „schlafenden Denkmal“ wieder ein Ort des Erlebens und Lernens wird. Die Arbeit des Vereins unterstreicht dabei den besonderen Charakter Lichtenbergs als Ort, an dem Industrie, Soziales und Kultur seit über einem Jahrhundert verwoben sind.

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