Hute- und Schneitelwald Bentheim
Highlights
- Der Hute- und Schneitelwald Bentheim ist ein 26 Hektar großes Naturschutzprojekt des Tierparks Nordhorn.
- Seit 2012 wird hier die historische Waldweide durch Gallowayrinder und Landziegen erhalten.
- Das Gelände zeigt einzigartige Reliktbäume und beherbergt seltene Arten wie den Eremiten und die Bechsteinfledermaus.
Tipps
- Morgens ist der Hute- und Schneitelwald besonders atmosphärisch und ideal für ruhige Spaziergänge.
- Die Galloway-Rinder sind handzahm und können gefüttert und gestreichelt werden.
- Der Wald bietet seltene Pflanzen- und Tierarten sowie historische Waldnutzungsformen zu entdecken.
Eigenschaften
Über Hute- und Schneitelwald Bentheim
Der Hute- und Schneitelwald Bentheim ist ein rund 26 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet im niedersächsischen Bad Bentheim, gelegen im Landkreis Grafschaft Bentheim. Seit 2012 wird das Gelände vom Tierpark Nordhorn als Arten- und Naturschutzzentrum betreut. Ziel des Projekts ist es, eine seltene und historische Form der Waldnutzung – die sogenannte Waldweide – zu erhalten und wiederzubeleben. Diese alte Kulturtechnik, bei der Rinder und Ziegen gezielt zur Pflege des Waldes eingesetzt werden, prägte über Jahrhunderte das Erscheinungsbild der Region.
Der Wald gilt als einer der ältesten Waldböden Deutschlands und war früher intensiv genutzt. Historisch belegt wurde er unter anderem im 14. Jahrhundert für die Eichelmast von Schweinen sowie zur Weide von Rindern und Schafen genutzt. Diese Praxis endete vor rund 125 Jahren mit dem Aufkommen der modernen Landwirtschaft. Heute wird die traditionelle Waldwirtschaft durch Galloway-Rinder und niederländische Landziegen fortgeführt, die den Wald auf natürliche Weise pflegen und damit seltene Baumarten und Lebensräume erhalten. Zu den bemerkenswerten Tierarten des Waldes zählen unter anderem der Eremit, die Bechsteinfledermaus und der Hirschkäfer.
Die Besonderheit des Hute- und Schneitelwaldes liegt in der Kombination zweier historischer Waldnutzungsformen: der Hute, bei der Eichbäume zur Mast genutzt wurden, und dem Schneiteln, einer Methode zur Laubholznutzung durch selektives Schneiden. Diese Form der Waldwirtschaft ist heute in dieser Weise in Europa. Das Gebiet kann auf zwei markierten Wanderwegen selbstständig erkundet werden. Für tiefere Einblicke in die ökologischen und kulturhistorischen Hintergründe des Waldes stehen regelmäßig Führungen durch ausgebildete Naturschutzranger zur Verfügung.
Gäste loben die Atmosphäre des Waldes, besonders am Morgen, wenn die Nebel das Gelände umhüllen und eine fast mythische Stimmung entsteht. Die Tiere sind gewöhnt an Besucher und können oft direkt beobachtet oder sogar gefüttert werden. Die Fläche bietet Raum für Erholung, Naturbeobachtung und Bildung. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,6 von 5 Sternen bei über 30 Bewertungen zählt der Hute- und Schneitelwald Bentheim zu den besonders positiv wahrgenommenen Naturprojekten der Region.