Lochheim
Highlights
- Lochheim ist eine mittelalterliche Wüstung am nordwestlichen Rand von Sandhausen im Rhein-Neckar-Kreis.
- Erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1131, Keramikfunde deuten auf eine Besiedlung seit dem 7. Jahrhundert hin.
- Archäologische Begehungen führten zur Entdeckung von Hausplätzen, einer Kirche und einer Niederungsburg.
Tipps
- Lochheim ist eine historische Wüstung nördlich von Sandhausen, gelegen südlich des Leimbachs und nördlich der Sanddünen im Pflege Schönau-Gebiet.
- Die Funde aus der Zeit vom 7. bis 15. Jahrhundert zeugen von einer langen Besiedlung, darunter Keramik und Überreste einer Saalkirche.
- Luftbildanalysen haben Spuren mehrerer Hausplätze sowie einer Niederungsburg mit Wassergräben sichtbar gemacht.
Eigenschaften
Archäologische Ausflüge in Lochheim bei Sandhausen
Lochheim ist eine historische Wüstung am nordwestlichen Rand der Gemeinde Sandhausen im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Gelegen südlich des Leimbachs und des Landgrabens, erstreckt sich der ehemalige Siedlungsort auf einem flachen, verschleiften Sandrücken am Südrand des Neckarschwemmkegels, inmitten der landschaftlich reizvollen Neckar-Rhein-Ebene. Diese Region gehört zum Nördlichen Oberrheintiefland und zeichnet sich durch ihre charakteristischen Sanddünenfelder aus, die sich südlich von Lochheim befinden und heute teilweise unter Naturschutz stehen.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes lässt sich auf das frühe Mittelalter zurückführen, wobei Keramikfunde Hinweise auf eine noch frühere Besiedlung ab dem 7. Jahrhundert geben. Im Laufe des 12. Jahrhunderts gelangte Lochheim in den Besitz des Klosters Schönau, welches den Ort zu einer Grangie umwandelte. Diese Nutzung führte unter anderem zum Abriss der einstigen Kirche im frühen 13. Jahrhundert. Noch über mehrere Jahrhunderte wurde der Ort landwirtschaftlich genutzt, ehe er schließlich verfiel und letztendlich zu einer sogenannten Wüstung wurde – ein Schicksal, das zahlreiche Siedlungen im mittelalterlichen Deutschland ereilte.
Heute erinnern nur noch wenige sichtbare Spuren an die einstige Bedeutung von Lochheim. Durch archäologische Begehungen, initiiert unter anderem durch Schüler des Gymnasiums Sandhausen unter der Leitung von Manfred Löscher, konnten Keramikfragmente sowie die Überreste mehrerer Hausplätze, einer kleinen Saalkirche und einer Niederungsburg mit Wassergräben nachgewiesen werden. Diese Funde trugen maßgeblich zur Wiederentdeckung der Wüstung im Jahr 1993 bei. Die Ergebnisse der Grabungen und Geländeuntersuchungen wurden in wissenschaftlichen Veröffentlichungen dokumentiert und bieten Einblicke in das Leben und die Struktur einer mittelalterlichen ländlichen Siedlung im südwestlichen Rhein-Neckar-Raum.
Die kulturhistorische Bedeutung von Lochheim zeigt sich nicht nur in den archäologischen Funden, sondern auch in der Erinnerungskultur der Region. So verweisen Straßen in Sandhausen sowie im Heidelberger Stadtteil Kirchheim durch ihren Namen auf die verschwundene Siedlung. Interessierte Besucher können die Flur rund um die ehemalige Wüstung erkunden und sich anhand der Landschaftseindrücke ein Bild von der mittelalterlichen Siedlungsstruktur machen. Die nahegelegenen Sanddünen und der Pflege Schönau-Galgenbuckel laden zudem zu einer Verbindung von Kultur- und Naturerlebnis ein.
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Häufige Fragen zu Lochheim
Wo liegt die Wüstung Lochheim?
Quelle: wikipedia
Wann wurde Lochheim erstmals urkundlich erwähnt?
Quelle: wikipedia
Was ist heute vom Ort Lochheim zu sehen?
Quelle: wikipedia
Welche Rolle spielte das Kloster Schönau in Lochheim?
Quelle: wikipedia