Höllengässchen
Highlights
- Das Höllengässchen verbindet die Ruine Frauenburg mit dem schwarzen Kreuz – laut Sage lauert hier ein buckliger Geist bei Nacht.
- 2024 sanierte eine ehrenamtliche Gruppe unter Ortsvorsteher Timm Braun das Höllengässchen vollständig.
- Der Weg führt durchs Höllengässchen von der Wasserburg der Herren von Mengen zur zerstörten Frauenburg-Ruine.
Eigenschaften
Wanderweg Höllengässchen Mandelbachtal
Das Höllengässchen im Mandelbachtal ist ein mystisch geprägter Wanderweg, der tief in die Geschichte und Sagenwelt der Region eintaucht. Der Name verweist auf eine düstere Legende: Ein buckliger, geisterhafter Wanderer soll hier noch immer umherirren, der angeblich die Seele eines Mörders verkörpert. Laut Überlieferung lauert die Gestalt bei Dunkelheit entlang des Pfads zwischen der Ruine der Frauenburg und einem schwarzen Holzkreuz, das auf eine tragische Vergangenheit hinweist. Die Ruinen der einst mächtigen Burgen – die Wasserburg der Herren von Mengen und die Frauenburg – zeugen von einer Ritterzeit, die zwischen Glanz und Schicksalsschlägen schwankte.
Der Weg führt durch eine Landschaft, die von historischen Spuren durchzogen ist. Ursprünglich verband das Höllengässchen die Wasserburg mit der Blies, vorbei an der Entenwiese bei Habkirchen, wo einst eine Brücke über den Fluss führte. Die Ruinen der Burgen, heute nur noch als steinerne Überreste erhalten, spiegeln die wechselvolle Geschichte wider: Merowingische und fränkische Siedler prägten das Gebiet bereits vor Jahrhunderten, während das Land später unter verschiedenen Klöstern und Lehnsherren aufgeteilt wurde. Besonders die Klosterchroniken berichten von einem geheimnisvollen Tunnel, der von der Wasserburg aus durch die Gemarkungen Herrenwiese und In den Pfühlen führte – ein Relikt, das bis vor wenigen Jahrzehnten als Senke („Pielgraawe“) sichtbar war.
Die Umgebung des Höllengässchens ist eng mit weiteren historischen POIs verknüpft. Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Kloster Gräfinthal, dessen Gründung 1243 auf die Heilung der Gräfin Elisabeth von Blieskastel zurückgeführt wird. Dort erinnert ein schwarzes Kreuz von 1695 an den „Brudermann“ mit der Pfeilenmadonna, einen frommen Einsiedler, dessen Legende bis heute erzählt wird. Auch die Wingert-Lage mit ihren einst berühmten Weinen der Gräfinthaler Mönche und die archäologischen Funde aus römischer Zeit bei Ausschachtungsarbeiten unterstreichen die Schichtungen der Vergangenheit.
Ein besonderes Detail ist die ehrenamtliche Sanierung des Höllengässchens durch eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Ortsvorstehers im Jahr 2024. Die Initiative zeigt, wie lebendig die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart hier ist. Wer den Weg beschreitet, wird nicht nur von der Natur, sondern auch von den unzähligen Geschichten und Mythen umhüllt – von den Rittern der Vergangenheit bis zu den Geistern, die angeblich noch immer zwischen den Ruinen umherirren. Das Höllengässchen ist damit mehr als ein Wanderweg: Es ist ein Stück lebendige Regionalgeschichte, das zum Verweilen und Träumen einlädt.