Großsteingräber bei Mukran
Highlights
- Die Großsteingräber bei Mukran gehören zur Trichterbecherkultur und liegen etwa 700 m östlich von Mukran.
- Heute ist nur noch ein Grab mit Sprockhoff-Nummer 474 erhalten, das 1983 ausgegraben wurde.
- Es handelt sich um ein Hünenbett mit einer Länge von 30 m und einer Großdolmen-Kammer im Südwesten.
Tipps
- Das Großsteingrab ist etwa 700 Meter östlich von Mukran und 500 Meter von der Küste entfernt gelegen, nahe eines Golfclubs.
- Ein Teil der Grabanlage ist heute nur noch als Hünenbett mit Grabkammer erkennbar, die nordost-südwestlich ausgerichtet ist.
- In der Nähe liegen weitere Großsteingräber, darunter Dwasieden (700 m nordöstlich) und Dubnitz (1,1 km westlich).
Eigenschaften
Über Großsteingräber bei Mukran
Die Großsteingräber bei Mukran sind archäologische Zeugnisse der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur und zählen zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern im Raum Sassnitz auf Rügen. Ursprünglich gab es in der Umgebung von Mukran drei solcher Grabanlagen, von denen heute nur noch eine erhalten ist. Diese Anlage, mit der Sprockhoff-Nummer 474, liegt etwa 700 Meter östlich des Orts und rund 500 Meter vom Küstenstreifen entfernt. Seit 2012 befindet sich der Fundort innerhalb des Geländes eines Golfclubs, was den Zugang für Besucher erschwert.
Das erhaltene Großsteingrab ist etwa 30 Meter lang und erreicht an seiner höchsten Stelle eine Höhe von knapp zwei Metern. Die Anlage ist nordost-südwestlich ausgerichtet und verjüngt sich in Richtung Nordosten. Bei archäologischen Untersuchungen wurden an der Nordwestseite die Standspuren von 13 Umfassungssteinen sowie Reste von Trockenmauerwerk aus roten Sandsteinplatten entdeckt. Am südwestlichen Ende befindet sich die eigentliche Grabkammer in Form eines Großdolmens. Diese ist trapezförmig angelegt, etwa vier Meter lang und variiert in der Breite zwischen 1,5 und 2,2 Metern. Die Kammer ist über einen kurzen Gang zugänglich, der durch Schwellsteine nach innen und außen abgegrenzt ist.
Die Grabkammer besitzt ein Mauerwerk aus Rotsandstein, das teilweise noch bis zu 0,5 Meter hoch erhalten ist. Lediglich einer der drei ursprünglichen Decksteine blieb erhalten, wenn auch nach innen gestürzt. Andere Steinfragmente tragen Spuren früherer Besuche – darunter eine eingeritzte Inschrift mit dem Wort „Schatzinsel“. Im Inneren der Kammer fanden sich geringe Funde, darunter Keramikscherben sowie Feuersteinwerkzeuge, die während einer Grabung in den 1980er Jahren geborgen wurden. Der Boden der Kammer war mit Feuersteinsplitt gepflastert und mit einer Stampfschicht aus Lehm bedeckt.
Die erste Beschreibung der Anlage erfolgte bereits im 19. Jahrhundert durch Friedrich von Hagenow. Spätere Dokumentationen durch Ernst Sprockhoff und Ausgrabungen unter Leitung von Heide und Hans Großnick trugen zur Erforschungsgeschichte bei. In unmittelbarer Nähe befinden sich weitere Großsteingräber, darunter die Anlagen Dwasieden, etwa 700 Meter nordöstlich, sowie Dubnitz, rund einen Kilometer westlich. Diese machen deutlich, dass die Region um Mukran einst ein wichtiges Bestattungsgebiet der Jungsteinzeit war.
Trotz ihrer kulturhistorischen Bedeutung ist der Zustand des Großsteingrabs heute weitgehend vom Verfall geprägt. Besucher bemängeln regelmäßig das fehlende Pflegemanagement, die mangelnde Beschilderung sowie die schlechte Erreichbarkeit über unbegehbare Feldwege. Der Weg dorthin führt oftmals quer über landwirtschaftlich genutzte Flächen, was den Zugang zusätzlich erschwert. Dennoch bleibt die Stätte ein lohnenswertes, wenn auch anspruchsvolles Ausflugsziel für Interessierte der Archäologie und Urgeschichte.