Kirche/Kloster

Dorfkirche Berendshagen

Dörpstraat 23, 18239 Satow-Berendshagen

Highlights

  • Die Dorfkirche Berendshagen wurde vermutlich im 13. oder 15. Jahrhundert erbaut und ist ein Backsteingebäude mit gotischen Elementen.
  • Nach Kriegsverlusten und Verfall wurde die Kirche 1997 saniert und 2002 feierlich wiedereingeweiht.
  • Altar und Kanzel aus dem 17. Jahrhundert sowie Wandmalereien zeugen von der historischen Ausstattung.

Tipps

  • Die Kirche verfügt über einen Beichtstuhl aus dem 16. Jahrhundert mit historischer Inschrift.
  • Reste barocker Wandmalereien aus dem Jahr 1702 sind in Kirchenschiff und Chorraum sichtbar.
  • Der Altar und die Kanzel stammen aus der Familie von Meerheimb und wurden nach Restaurierung 2002 wieder aufgestellt.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Dorfkirche Berendshagen

Die Dorfkirche Berendshagen liegt im Ortsteil Berendshagen der Gemeinde Satow-Berendshagen im Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern. Die evangelische Kirche gilt als ein bedeutendes sakrals historisches Bauwerk der Region. Der genaue Erbauungszeitpunkt ist nicht abschließend geklärt, doch weisen erste Hinweise auf eine Entstehung im 13. Jahrhundert hin, während andere Quellen eine Datierung ins 15. Jahrhundert nahelegen. Ursprünglich wurde die Kirche aus Backstein errichtet und in basilikanischer Anlage konzipiert, mit einem erhöhten Mittelschiff und Seitenschiffen, die für Pultdächer vorgesehen waren. Heute erstreckt sich über das gesamte Gebäude ein durchgehendes Satteldach.

Das Innere der Kirche wird durch runde, gekalkte Backsteinsäulen mit quadratischen Ziegelfundamenten geprägt, die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennen. Auf diesen ruhten einst gotische Schildbögen. Der rechteckig angelegte Chorraum sowie das Kirchenschiff ruhen auf Feldsteinfundamenten. Im Inneren befindet sich unter anderem ein Beichtstuhl neben dem Altar mit der handschriftlichen Jahreszahl „min egen hant 1586“. Unter dem Boden des Hauptschiffes führt ein Zugang in eine Gruft mit Wandmalereien aus dem Jahr 1667. Der barocke Altar von 1668 sowie die Kanzel von 1702 sind Stiftungen der Familie von Meerheimb und zählen zu den kunsthistorisch bemerkenswerten Ausstattungsstücken.

Nach dem Verlust der Schutzfamilie von Meerheimb im Jahr 1945 geriet die Kirche zunehmend in Verfall. Der hölzerne Turm mit barocker Laterne musste 1974 aufgrund von Bauschäden abgerissen werden. Aufgrund fehlender staatlicher Unterstützung blieb eine Restaurierung zunächst aus. Mehrfache Einbrüche führten dazu, dass Altar und Kanzel zur Sicherheit in die Kirche nach Passee verlagert wurden. Die Kirche wurde aufgegeben, bis eine Fernsehdokumentation des Bayerischen Rundfunks mit dem Titel „Dorfkirchen in Not“ öffentliche Aufmerksamkeit weckte. Spenden, darunter eine bedeutende Zuwendung von Frau von Reizenstein, ermöglichten schließlich 1997 den Beginn der Sanierung.

Die Restaurierung erfolgte unter Beteiligung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayerns sowie der Stiftung Denkmalschutz. Das Mauerwerk wurde saniert, das Dach neu gedeckt und die Fenster erneuert. Die Gestaltung des Chorraumfensters wurde von den Nachfahren der Familie von Meerheimb finanziert. Nach Abschluss der Arbeiten fand 2002 ein großes Gemeindefest zur Wiederweihe statt. 2008 konnte zudem ein neuer Kronleuchter in Betrieb genommen werden. Die Kirche ist heute wieder ein zentraler Ort des Gemeindelebens in dem kleinen Ort mit weniger als 100 Einwohnern.

Die Ausstattung der Kirche zeugt von barocker und gotischer Einflussnahme. Der Altar kombiniert gotische und barocke Elemente und zeigt zentrale christologische Motive, darunter die Dreieinigkeit sowie Szenen vom Abendmahl und der Kreuzigung. Die Kanzel von 1702 ist Teil einer umfassenden barocken Ausmalung, von der noch Reste an den Wänden erhalten sind. Die Kirchenbänke stammen aus dem Schliemannmuseum in Neubukow. Ursprünglich verfügte die Kirche über zwei Glocken, von denen eine aus dem Jahr 1893 nach umfangreicher Nutzung im 20. Jahrhundert heute in einem freistehenden Glockenstuhl neben der Kirche aufbewahrt wird. Eine Orgel hat die Kirche nie besessen. Die Dorfkirche Berendshagen steht heute als Zeugnis gelungener Denkmalpflege und als Ort der Begegnung im ländlichen Raum des Landkreises Rostock.

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