Denkmal/Gedenkstätte

Königlich sächsischer Meilenstein

Bahnhofstraße 1, 09496 Marienberg-Zöblitz

Highlights

  • Königlich sächsische Meilensteine wurden 1859–1866 aus Cottaer Sandstein gefertigt und mit Eisengusskronen versehen.
  • Sie markierten ab 1858 exakt vermessen Straßenkilometer im Königreich Sachsen und ersetzten die alte Postmeile.
  • In Marienberg-Zöblitz sind mehrere originale Meilensteine als technische Denkmale unter Denkmalschutz erhalten.

Tipps

  • Führungen im Museum vermitteln anschaulich das historische Handwerk der Serpentinsteindreherei und zeigen gedrechselte Kunstwerke aus der Region.
  • Neben dem Museum lohnt ein Besuch der Heimatstube und Schmiede in Ansprung, in der traditionelle Dorfhandwerke und die Ortsentwicklung von Aschbergk bis heute präsentiert werden.

Eigenschaften

Familie Ganzjährig

Über Königlich sächsischer Meilenstein

Der „Königlich sächsische Meilenstein“ in Marienberg-Zöblitz ist ein historischer Entfernungsstein, der an der Grenze zwischen den Ortsteilen Marienberg und Zöblitz aufgestellt wurde. Er zählt zu den insgesamt rund 800 Meilensteinen, die zwischen 1859 und 1866 im Königreich Sachsen errichtet wurden, um die Straßen neu zu vermessen und Entfernungen exakt festzuhalten. Diese Steine markierten unter anderem Haupt- und Halbmeilen sowie Abzweigungen und Grenzübergänge. Der Zöblitzer Meilenstein ist heute Teil einer denkmalgeschützten Sachgesamtheit und steht somit unter besonderem Schutz.

Die Meilensteine des Königreichs Sachsen unterscheiden sich durch ihre schlichte, funktionale Form von früheren kursächsischen Postmeilensäulen. Charakteristisch sind ihre aus Cottaer Sandstein gefertigten Körper und die unterschiedlich großen Eisengusskronen, die ursprünglich sandsteinfarben gestrichen waren. Im Zuge der Einführung des metrischen Systems ab 1875 verloren viele dieser Steine ihre ursprüngliche Funktion, weshalb einige umgestaltet oder später entfernt wurden. Dennoch gelang es, zahlreiche Exemplare zu erhalten, darunter auch der in Marienberg-Zöblitz.

Im unmittelbaren Umfeld des Meilensteins liegt der kulturelle Schwerpunkt auf der Tradition des Serpentinsteins, der in Zöblitz seit Jahrzehnten abgebaut und kunstvoll verarbeitet wurde. Das nahegelegene Serpentinstein- und Heimatmuseum informiert über die Entstehung des Gesteins, die lokalen Steinbrüche sowie die handwerkliche Verarbeitung, die bis ins 20. Jahrhundert hinein betrieben wurde. Ein besonderes Exponat ist die voll funktionsfähige Drechselwerkstatt aus dem Jahr 1889, in der Besucher die Bearbeitung des Serpentins mit historischen Maschinen nachvollziehen können. Die Werkstatt wird durch Lederriemen und eine einfache Transmission angetrieben und verdeutlicht die technischen Möglichkeiten früherer Zeiten.

Das Museum genießt bei Gästen einen guten Ruf, wie auch die Bewertungen zeigen: Besucher loben die engagierte und wissensvermittelnde Art der Museumsführer, die mit großer Verbundenheit zur Region und ihrem Handwerk ihre Themen präsentieren. Neben der Serpentinverarbeitung werden auch Exponate zur regionalen Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte Zöblitz’ und zu weiteren traditionellen Berufen wie Schmiedehandwerk oder Holzkohlebrennerei gezeigt. Die nahegelegene Heimatstube in Ansprung ergänzt das Angebot mit weiteren Einblicken in das bäuerliche und handwerkliche Leben der Region.

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