Kirche/Kloster

St. Sebastian 1961

Klosterweg 22, 83022 Rosenheim

Highlights

  • Die Klosterkirche St. Sebastian in Rosenheim entstand 1961 als Neubau im Stil der Neoromanik.
  • Sie wurde 1855/56 aus der Pestkapelle von 1636 erweitert und 1997/98 renoviert.
  • Die Innenausstattung zeigt Werke von Erich Horndasch und ein Altarblatt aus der Pestkapelle von 1635–1640.

Tipps

  • Besuchen Sie die historische Klosterkirche St. Sebastian, um Architektur aus verschiedenen Epochen sowie bedeutende religiöse Kunstwerke zu erleben.
  • Nutzen Sie den angrenzenden städtischen Friedhof als Ort der Ruhe und Besinnung, besonders nach einem Besuch der Kirche.
  • Informieren Sie sich über die Pestgeschichte und die Bedeutung der Pestheiligen vor Ort, um den historischen Kontext zu verstehen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über St. Sebastian 1961

Die Klosterkirche St. Sebastian in Rosenheim hat eine bewegte Geschichte, die eng mit der Stadtentwicklung und den religiösen Bedürfnissen der Bevölkerung verbunden ist. Ursprünglich entstand der Vorgängerbau als Pestkapelle während einer Epidemie im 17. Jahrhundert. Diese kleine barocke Kirche wurde außerhalb des damaligen Marktes errichtet und diente zugleich als Gedenkstätte und Ort der Fürbitte. Im Zuge der Gründung eines Kapuzinerklosters im 19. Jahrhundert wurde die Kapelle in eine Chorarchitektur umgewandelt und später durch einen neoromanischen Neubau ergänzt, der den heutigen Kirchenraum prägt.

Die Kirche steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum städtischen Friedhof, der seit Anfang des 19. Jahrhunderts besteht. Diese räumliche Nähe trägt zur besonderen Atmosphäre des Ortes bei, der sowohl als sakraler Raum als auch als Ruhepunkt für Besucher des Friedhofs wahrgenommen wird. Die Ausstattung der Kirche spiegelt verschiedene Epochen wider: Im Chor dominieren farbkräftige Wandmalereien von Erich Horndasch, die im Rahmen der Liturgiereform entstanden sind. Sie zeigen ein theologisch fundiertes Bildprogramm mit Christus in der Mandorla, dem Schutzpatron St. Sebastian sowie Darstellungen der Evangelistensymbole und sakramentaler Motive.

Einige Kunstwerke verweisen auf die Ursprünge der Pestkapelle. So ziert ein Altarblatt unbekannten Schaffens aus der Zeit um den Dreißigjährigen Krieg den rechten Seitenaltar. Es zeigt eine Reihe von Heiligen, die im Schutz vor der Pest um Fürbitte bei der Dreifaltigkeit bitten. Darunter ist auch eine der ältesten bekannten Darstellungen des Rosenheimer Marktplatzes vor dem Stadtbrand von 1641 zu sehen. Weitere Elemente der Innenausstattung umfassen einen neorokoko gestalteten Gnadenstuhl, eine spätgotische Figur des hl. Sebastian sowie einen aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kreuzweg, der aus einem ehemaligen Kapuzinerkloster stammt.

Die Klosterkirche St. Sebastian ist nicht nur ein Ort der religiösen Andacht, sondern auch ein kulturhistorisches Zeugnis der Stadt Rosenheim. Mehrfache Renovierungen und Umgestaltungen im Laufe der Jahrzehnte haben den Kirchenraum kontinuierlich an die Bedürfnisse der Gemeinde angepasst. Besonders die Modernisierung unter Leitung des Architekten Christian Kronenbitter in den späten 1990er Jahren prägte das heutige Erscheinungsbild. Die Turmfahne mit dem hl. Franziskus erinnert an die Tradition des Kapuzinerordens, der maßgeblich an der Volksseelsorge beteiligt war.

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