Wallfahrtsbasilika Mariä Himmelfahrt Tuntenhausen
Highlights
- Die Wallfahrtsbasilika Mariä Himmelfahrt in Tuntenhausen wurde 1942 vom Papst zur Basilika erhoben.
- Die heutige dreischiffige Hallenkirche entstand um 1629 und beherbergt wertvolle Kunstwerke wie den Hochaltar des Kurfürsten Maximilian I.
- Die Kirche ist seit dem 15. August Wallfahrtsort und beherbergt das Gnadenbild mit barockem Silberschmuck aus dem 18. Jahrhundert.
Tipps
- Die Wallfahrtsbasilika ist besonders während der Messe sehenswert, da der Hochaltar im Ad-Orientem-Stil genutzt wird.
- Ein Besuch lohnt sich auch wegen der beeindruckenden Krippendarstellung, einer der größten in der Region.
- Vom nahegelegenen Ostermünchen führt ein schöner Wanderweg direkt zur Basilika, ideal für einen Tagesausflug.
Eigenschaften
Über Wallfahrtsbasilika Mariä Himmelfahrt Tuntenhausen
Die Wallfahrtsbasilika Mariä Himmelfahrt in Tuntenhausen zählt zu den bedeutenden sakralen Bauten im Landkreis Rosenheim und ist ein geschichtsträchtiges Zeugnis der bayerischen Kirchenarchitektur. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche erfolgte um das Jahr 1000. Ursprünglich dem Kloster Tegernsee unterstellt, gelangte sie später unter die Hoheit des Bistums Freising. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Wallfahrtsziel, was schließlich den Neubau der gotischen Kirche im späten Mittelalter notwendig machte.
Der imposante Doppelturm im Westen der Basilika wurde über einen Zeitraum von etwa zwanzig Jahren errichtet. Ein verheerender Brand im 16. Jahrhundert beschädigte das Gebäude schwer, doch mit Unterstützung der Wittelsbacher wurde der Wiederaufbau ermöglicht. Im Zuge der Gegenreformation wurde die Basilika erneut erweitert. Unter maßgeblicher Beteiligung des Kurfürsten Maximilian I. entstand um das gotische Choroktagon eine dreischiffige Hallenkirche mit Chorumgang, die Mitte des 17. Jahrhunderts geweiht wurde. Der Hochaltar sowie weitere kunstvolle Stiftungen, darunter ein Seitenaltar von Feldherr Graf Tilly, prägen den sakralen Innenraum nachhaltig.
Ein besonderes Highlight bildet das Gnadenbild der Gottesmutter, das im barocken Stil mit silbernen Strahlenkranz und Engelsfiguren umgeben ist. Es trägt lateinische Anrufungen aus der Lauretanischen Litanei und zieht bis heute Gläubige an. Auch die kunstvoll gestaltete Kanzel und der erhaltene Orgelprospekt mit Posaunenengel und Zifferblatt zeugen von der kunsthandwerklichen Qualität der Ausstattung. Im Zuge der Säkularisation wurde das einst dem Augustinerchorherren-Kloster Beyharting zugeordnete Gotteshaus 1803 zur Pfarrkirche. Später erhielt das Bauwerk durch den Anbau der Gruftkapelle der Grafen Arco-Zinneberg und die Erneuerung der Turmhelme seine heutige Gestalt.
Im Jahr 1942 erhob Papst Pius XII. die Kirche zur Basilika, was ihre Bedeutung im katholischen Leben unterstreicht. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten, darunter der Einbau einer neuen Orgel in den historischen Prospekt, wurde die Basilika 2019 feierlich wiedergeöffnet. Die Kirche gilt nicht nur als architektonisches, sondern auch als künstlerisches und religiöses Juwel im bayrischen Alpenvorland. Besucher berichten von der imposanten Ausstattung, der besonderen Atmosphäre und der Möglichkeit, den historischen Hochaltar während der Messe zu erleben.