Denkmal/Gedenkstätte

PURPLE PATH Wildschwein

Am Sauberg 1, 09427 Ehrenfriedersdorf

Highlights

  • Drei Bronze-Skulpturen von Carl Emanuel Wolff stellen Wildschweine in Ehrenfriedersdorf dar.
  • Die Skulpturen stehen ohne Sockel auf dem Gelände hinter dem Besucherbergwerk und Mineralogischen Museum.
  • Sie sind aus patinierter Rotgussbronze gefertigt, die lokal verarbeitetes Zinn aus der Region enthält.

Tipps

  • Die drei Bronzeskulpturen von Carl Emanuel Wolff sind hinter dem Besucherbergwerk und Mineralogischen Museum in Ehrenfriedersdorf aufgestellt.
  • Die Skulpturen zeigen Wildschweine in Lebensgröße, ohne Sockel direkt auf dem Boden platziert, mit sichtbaren Arbeitsspuren.
  • Ein Besuch lohnt sich besonders für Kunst- und Bergbauinteressierte, ergänzt durch die historische Bedeutung des Ortes im Zinnabbau.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über PURPLE PATH Wildschwein

Das Kunstwerk „PURPLE PATH Wildschwein“ von Carl Emanuel Wolff ist eine outdoor zur Schaustellung gebrachte Bronzeskulptur im sächsischen Ehrenfriedersdorf. Die Figur zählt zu den Werken, die der 1957 in Essen geborene und an der Akademie der Bildenden Künste Dresden lehrende Bildhauer im Rahmen des PURPLE PATH-Projekts realisiert hat. Wolffs künstlerische Auseinandersetzung mit Tier- und Fabelwesen, Märchenfiguren sowie alltagsbezogenen Motiven mündet hier in einer lebensgroßen Wildschwein-Darstellung, die unmittelbar hinter dem Besucherbergwerk und dem Mineralogischen Museum aufgestellt ist.

Die Skulptur ist ohne Sockel direkt auf dem Boden positioniert und vermittelt durch ihre plastische Ausformung eine unmittelbare Präsenz. Deutlich sichtbar sind die Spuren der manuellen Bearbeitung, die der Künstler mit einfachen Werkzeugen in das feuchte Modellmaterial eingearbeitet hat. Diese Arbeitsspuren unterstreichen den handwerklichen Prozess und verleihen den Figuren eine lebendige Dynamik. Die Bronzefiguren sind in einer Rotguss-Patina gehalten, die neben Kupfer auch Zinn enthält – ein Materialbezug, der auf die Bergbaugeschichte des Ortes verweist.

Ehrenfriedersdorf war bis ins späte 20. Jahrhundert ein bedeutender Standort des Zinnabbaus. Eine lokale Sage berichtet davon, dass Wildschweine vor etwa 800 Jahren die ersten Spuren von Zinnstein aufgedeckt haben – nach einem Schlammbad soll das Mineral in ihrem Fell sichtbar geworden sein. Dieses Motiv greift Wolff mit seiner Skulptur auf und verknüpft auf diese Weise die künstlerische Intervention mit der regionalen Erinnerungskultur. Die patinierte Bronze der Figur verweist sowohl auf die technische Tradition des Gießens als auch auf die historische Bedeutung des Zinns in der Region.

Die drei Skulpturen des Wildschweins laden zur Begegnung im Freien ein und sind Teil einer breiteren Kunstroute, die unter dem Namen PURPLE PATH zusammengefasst ist. Die Installation sich mit dem Verhältnis von Natur, Geschichte und Kunst auseinanderzusetzen. Die unmittelbare Umgebung des Werks, geprägt durch das Bergwerksmuseum und die ehemalige Zinngrube, verstärkt den historischen und kulturellen Kontext. Die Skulpturen sind nicht nur künstlerisch, sondern auch erinnerungspolitisch relevant, da sie an die montane Vergangenheit des Erzgebirges anknüpfen.

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